SCHWEIZER KUNST 28. NOVEMBER 2025

Das hier angebotene reizvolle Gemälde "Der Petit Salève" aus dem einstigen Besitz von Hodlers Schwägerin Louise Jacques war 1921 und 1938 in Bern ausgestellt. Danach galt es für Jahrzehnte als verschollen. Erst 2008 wurde es wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem war es unter anderem in den Ausstellungen 2017 in Bonn sowie 2019 in Bern zu sehen. Vom Motiv des "Petit Salève" sind insgesamt nur drei Varianten bekannt: Zwei Fassungen in Öl, von denen sich die erste heute im Museum Oskar Reinhart in Win- terthur befindet (Abb. 2), sowie eine Pause in Ausfüh- rungsgrösse (Abb. 1), die der Künstler bereits für die Weiterverwendung vorbereitet hat und die vermutlich als Vorlage für das hier angebotene Gemälde diente. Diese Pause befindet sich heute im Museum Jenisch in Vevey. Hodler verwendete die schrägen Flanken des Petit Salè- ve mehrfach als Hintergrund für seine Landschaftskom- positionen. In der hier angebotenen, auf das Jahr 1892 datierten Fassung von "Der Petit Salève" rückt der pyra- midal geformte Berg – ebenso wie in der Version in Win- terthur – erstmals fast vollständig und frontal ins Bild. Die Richtung des Wasserlaufs verläuft von unten links nach oben rechts, parallel zu den Gesteinsschichten. Die präzise und detailreiche Darstellung der Gräser und Bäume im linken Vordergrund kontrastiert mit der eher unbestimmten Schilderung der Wiesenpartie rechts, wodurch eine dynamische Tiefenwirkung entsteht. CHF 350 000/500 000 (€ 376 340/537 630) 31

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