SCHWEIZER KUNST 28. NOVEMBER 2025

3049 FÉLIX VALLOTTON (Lausanne 1865–1925 Paris) Plage au matin, Houlgate. 1913. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert: F. VALLOTTON. 13. 73 × 100 cm. Provenienz: - Privatbesitz Robert Biedermann-Mantel, Winterthur, 1914 bei Hedy Hahnloser erworben. - Dr. Willy Raeber, Basel (verso mit Etikett). - Schweizer Privatbesitz, direkt bei Obigem erworben, 4. Januar 1967. - Durch Erbfolge an heutigen Besitzer. Ausstellungen: - Wohl Winterthur 1926, Gedächtnis-Ausstellung Félix Vallotton, Kunstmuseum Winterthur, 9.5.–13.6.1926, Nr. 67, als "Paysage, Honfleur". - Zürich 1938, Félix Vallotton. 1865–1925, Kunsthaus Zürich, 11.11.–14.12.1938, Nr. 124, als "Paysage près d'Houlgate". - Winterthur 1949, Winterthurer Privatbesitz II. Werke des 20. Jahrhunderts, Kunstmuseum Winterthur, 28.8.–20.11.1949, Nr. 217, als "Marée montante à Houlgate" (verso mit Etikett). - Zürich 1965, Félix Vallotton, Kunsthaus Zürich, 10.4.–30.5.1965, Nr. 196 (verso mit Etikett). Literatur: - Félix Vallotton: "Livre de raison. Liste de mes œuvres, pein- tures et gravures, faite dans l'ordre chronologique, à partir de 1885", in: Catalogue 1938, Zürich, Félix Vallotton. 1865–1925, S. 37–99, Nr. 933, als "Paysage près d'Houlgate, grêve avec mer montante, 1er plan très vert, ciel rosé T. 40". - Ausst.-Kat. Félix Vallotton. 1865–1925, Zürich 1938, S. 26, Nr. 124. - Hedy Hahnloser-Bühler: Félix Vallotton et ses amis, Paris 1936, Nr. 128, als "Marée montante à Houlgate". - Rudolf Koella: Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton. Wesen; Bedeutung; Entwicklung, Zürich 1969, S. 227, Nr. 182. - Marina Ducrey: Félix Vallotton (1865–1925). L’œuvre peint. Catalogue raisonné, Zürich und Lausanne 2005, Bd. III, S. 566, Nr. 989 (mit Abb.). Diese seit mindestens vierzig Jahren nicht mehr öffentlich ausgestellte Landschaft zeigt die schwarzen Klippen (Vaches Noires), welche sich über 4 km zwischen Houlgate und Villers- sur-Mer an der Küste der Normandie erstrecken und auch heu- te noch ein beliebtes Ausflugziel sind. Félix Vallotton verbrach- te die Sommer ab 1909 regelmässig in der kleinen Hafenstadt Honfleur, die ca. 30 km von Houlgate entfernt liegt. Im Sommer 1913 malte Vallotton mindestens vier Gemälde aus der Umgebung von Houlgate (WVZ 988–991), von denen zwei die schwarzen Klippen zeigen. Zuerst entstand ein kleinforma- tiges Bild auf Holz, das den gleichen Blick wie das hier angebo- tene Gemälde zeigt, im Gegensatz zu diesem die Landschaft aber realitätsnah darstellt. Wahrscheinlich entstand es direkt in der Natur oder getreu nach einer Zeichnung, die Vallotton in situ angefertigt hatte. Später schuf Vallotton im Atelier dieses grossformatige Gemälde, in dem er die Landschaft neu arran- gierte und die einzelnen Teile wie Vordergrund, Strand und die Klippen aus jeweils anderen Blickwinkeln zu einer neuen, von der realen Natur entfremdeten Komposition zusammenfügte. CHF 150 000/250 000 (€ 161 290/268 820) 63

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