POST-WAR & CONTEMPORARY 27. NOVEMBER 2025

3501 H.R. GIGER (Chur 1940–2014 Zürich) Landschaft II. 1972. Acryl auf Papier. Verso signiert, betitelt, datiert, mit Massangaben und Werknummer: H. Giger 72 Landschaft II 70 × 100 cm Werk Nº 192. 70,2 × 100,3 cm. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. Literatur: - Bündner Kunsthaus (Hrsg.): HR Giger. Passagen, Chur 1974, Nr. 192 (mit Abb.). - H.R. Giger: HR Giger. Retrospektive 1964–1984, Zürich 1984, S. 52 (mit Abb.). - Beat Stutzer (Hrsg.): HR Giger. The Œuvre Before Alien 1961–1976, Zürich 2024, S. 121 (mit Abb.). Online-Werkverzeichnis: H.R. Giger Database, littlegiger.com, Nr. 330 (1972-B-192). In HR Gigers Landschaft II scheint die Erde selbst zum Organismus zu werden. Rosa und violette Formen wölben sich über die Fläche, erinnern an Haut, Gewebe oder to- pografische Strukturen. Es erschliesst sich eine Welt, die gleichermassen zart und verstörend wirkt. Ein stilles, bei- nahe atmendes Gefüge, das die Verletzlichkeit des Leben- digen spürbar macht. Ganz anders zeigt sich die Arbeit Teuflischer Diskurs (Los 3502), ein düster-mechanisches Szenario, in dem Giger jene Motive zusammenführt, für die er in erster Linie bekannt ist: Die Verschmelzung von Körper und Maschine, von Erotik und Bedrohung, kom- primiert zu einer beklemmenden Intensität. Das Bild ist ein visuelles Echo seiner Albträume, aber auch Ausdruck seiner Faszination für das Grenzenlose, das Hybride, das Unheimliche. Zwischen diesen beiden Polen entfaltet sich das Spannungsfeld, in dem Gigers Werk lebendig wird. Das Organische trifft auf das Technische, das Zarte auf das Grauenvolle. Die Arbeiten "Landschaft II" und "Teuflischer Diskurs" sind wie zwei Stimmen eines inneren Dialogs, po- etisch und erschütternd zugleich. Sie zeigen, dass Gigers Kunst mehr ist als reine Fantasie. Sie ist Selbstgespräch, Vision und Bekenntnis und ein Beleg für die beachtliche Vielfalt seines Schaffens. CHF 50 000/70 000 (€ 53 760/75 270) 118

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