POST-WAR & CONTEMPORARY 27. NOVEMBER 2025
3451* AI WEIWEI (Peking 1957–lebt und arbeitet in Montemor-o-Novo) Fairytale – 1001 Chairs. 2007. Serie a1 mit 8 Holzstühlen aus der Qing-Dynastie. Auf der Stuhlunterseite auf dem Ausstellungsetikett betitelt und von 1 bis 8 fortlaufend nummeriert: DOCUMENTA 12 FAIRYTALE tóng huà a1-8-1, sowie mit chinesischen Schriftzeichen betitelt: 童话. Stuhlmasse min. 96 × 49,5 × 37,5 cm, max. 118 × 56 × 46 cm. Provenienz: Privatsammlung Deutschland. Ausstellung: Kassel 2007, documenta 12, 16.6.–28.9.2007. Literatur: - Bernard Fibicher, Hans Ulrich Obrist und Karen Smith: Ai Weiwei, London 2009, S. 39/40 (mit Abb., weiteres Exemplar). - Charles Merewether: Under Construction, Sydney 2008, S. 124/125 (mit Abb., weiteres Exemplar). - Mark Siemons und Ai Weiwei: Ai Weiwei – So sorry, München 2009, S. 46 (mit Abb., weiteres Exemplar). In "Fairytale" realisiert Ai Weiwei im Jahr 2007 eines der ambitioniertesten und zugleich aufwendigsten Projek- te der Documenta 12. Das Werk verknüpft Gesellschaft, Geschichte und Kunst zu einem untrennbaren Gefüge. Im Zentrum steht die Einladung von 1001 chinesischen Bürgerinnen und Bürgern mit verschiedensten sozialen, kulturellen und biografischen Hintergründen nach Kassel - eine temporäre Migration, die als kollektives Kunstereignis inszeniert wird. Die Teilnehmenden agieren dabei sowohl als Individuen als auch als Teil einer Masse und werden so selbst zum Material eines sozialen Experiments. Parallel dazu bringt Ai Weiwei 1001 antike Stühle aus der Qing-Dynastie mit nach Deutschland. Jeder von ihnen steht symbolisch für eine eingeladene Person, als Repräsenta- tion individueller Biografien ebenso wie sozialer Verortun- gen. In dieser Verschränkung von Mensch, Objekt und Er- eignis schafft Ai Weiwei, in Anlehnung an Joseph Beuys' Konzept der "sozialen Skulptur", ein Kunstwerk, das sich 54
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