GEMÄLDE ALTER MEISTER 27. MÄRZ 2026

3071* NICOLAES PIETERSZ. BERCHEM (Haarlem 1620–1683 Amsterdam) Italienische Landschaft mit Kühen, Ziegen, Hirten und tan- zenden Musikanten. 1646. Öl auf Holz. Unten links auf dem Stein signiert und datiert: Berchem 1646. 46,8 × 68,5 cm. Provenienz: - Sammlung J. van der Hulk, Dordrecht, seit 1646. - Sammlung Lord Northwick (1770–1859), Thirlestaine House, Cheltenham. - Auktion Mr. Philips, London, 26.7.1859, Los 257. - Sammlung Pearce. - Sammlung Dr. Frederick Mont (Adolf Fritz Mondschein) (1894–1994), New York, 1948. - Sammlung Alfred J. Adler (1883–1954), Paris. - Sammlung Anna Amelia Paulette Adler (1898–1992), Paris, durch Erbschaft erhalten. - Sammlung Dreyfus, Buenos Aires, durch Erbschaft erhalten. - Sammlung Henri Stad, São Paulo, durch Erbschaft erhalten. - Galerie Koetser, Zürich. - Europäische Sammlung. Literatur: - Gustav Friedrich Waagen: Treasures of Art in Great Britain, Bd. 3, London 1854, S. 208. - Catalogue of the late Lord Northwick’s Extensive and Magnificent Collection at Thirlestaine House, Cheltenham 1859, Nr. 275. - Cornelis Hofstede de Groot: Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. 9, Esslingen & Paris 1926, S. 128, Nr. 265. Dass Nicolaes Berchem, der niederländische Meister der italie- nischen Landschaften, paradoxerweise wohl nie eine Reise nach Italien unternahm, scheint angesichts des authentischen südlän- dischen Flairs, welches diesem Gemälde innewohnt, kaum fass- bar. Der italienisch anmutende Stil der Landschaften, wie sie Berchem seit den 1640er-Jahren malte, ist dabei stark von den beiden Malern Jan Both (um 1615–1652) and Jan Asselijn (1610–1652) geprägt. Insbesondere die atmosphä- rische Darstellung des goldenen Lichts des Südens jedoch perfektionierte Berchem, was im vorliegenden Gemälde her- vorragend zur Geltung kommt. Die Reife des Künstlers, die sich in diesem Werk manifestiert, zeigt sich vor allem in der virtuosen Behandlung des Spiels zwischen Licht und Schatten sowie in der Dynamik der musizierenden und tanzenden Figuren, die die arkadische Landschaft bevölkern. Obwohl sich Berchem in seiner Schaffensphase verschie- denen Genres widmete, brachten ihm seine Landschaften im italienischen Stil den grössten Ruhm ein, sodass er sich durch seine Malerei ein feudales Leben in Amsterdam finanzieren konnte. Das hier zur Auktion kommende Gemälde malte Berchem im Jahre 1646 als Auftrag für den Bürgermeister von Dordrecht. Vergleichbare Gemälde aus dieser Schaffensphase Berchems befinden sich in namhaften Sammlungen, so beispielsweise in der Dulwich Picture Gallery in London, dem Frans Hals Museum in Haarlem oder den Fürstlichen Sammlungen des Hauses Liechtenstein. CHF 50 000/70 000 (€ 54 350/76 090) 100

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