GEMÄLDE ALTER MEISTER 27. MÄRZ 2026

3001 MEISTER VON 1493 Madonna in Anbetung des Kindes mit dem Heiligen Johannes, der Heiligen Maria Magdalena und zwei Hirten. Öl auf Holz. 88,8 × 49,8 cm. Provenienz: - Sammlung Marchese Ridolfo Ridolfini, Florenz. - Sammlung Bourgeois Frères, Köln. - Auktion J. M. Heberle (H. Lempertz Söhne), Köln, Sammlung Bourgeois Frères, 29.10.1904, Los 45 (als Fra Filippo Lippi, verso mit Etikett). - Sammlung Prof. Alfred Pringsheim (1850–1941), München, 1945 restituiert. - Sammlung Dr. Frederick Mont (Adolf Fritz Mondschein) (1894–1994), New York. - Auktion Fischer, Luzern, 16.–20.6.1959, Los 1862 (als Fra Filippo Lippi). - Schweizer Privatsammlung. Literatur: - Everett Fahy: The Este Predella Panels and other works by the Master of the Fiesole Epiphany, in: Nuovi Studi, Rivista di arte antica e moderna, Bd. VI/VII, Nr. 9, 2003, S. 24 (als Maestro dell'Epifania di Fiesole). - Christopher Daly: Thinking Through a Tondo by the Master of the Fiesole Epiphany, in: The Journal of the The Walters Art Museum, Nr. 77, 2024, Appendix II (als Master of 1493). Die vorliegende Renaissance-Tafel mit ihrer reizvollen Darstellung der Anbetung des Kindes legt den Fokus vollständig auf die An- betung des neugeborenen Gottessohns durch seine Mutter, den Heiligen Johannes sowie die Heilige Maria Magdalena und zwei Hirten im Bildhintergrund. Die intime Meditation, die das Bild transportiert, kann dabei für den Betrachter modellhaft als Anweisung für die eigene stille Versenkung vor dem Gemälde stehen. Die Idee hinter dieser Darstellungsweise entwickelte sich in der Werkstatt des Fra Filippo Lippi (um 1406–1469) und ist besonders deutlich in dessen Anbetung des Kindes in der Staatlichen Gemäldesammlung in Berlin (ca. 1455–60, Inv.-Nr. 69) zu erkennen. Dieser florentinische Bildtypus zur privaten Andacht mit der Anbetung des Kindes wur- de in späteren Jahrzehnten in zahlreichen Künstlerwerk- stätten weiterentwickelt, so beispielsweise von Jacopo del Sellaio (1441–1493), wie in dessen Werk im Metropolitain Museum in New York (Inv.-Nr. 41.100.10) gut nachvoll- zogen werden kann. Dieses Gemälde weist eine deutli- che Nähe zu unserer Tafel auf, so ist etwa der Mantel der Madonna mit seinem goldbestickten Saum in beiden Werken zu finden. Die nun zur Auktion kommende Tafel kann dem Meister von 1493 zugeschrieben werden, einem Künstler, der seinen Notnamen nach einem datierten Altarbild erhielt, das ursprünglich in der Kirche San Matteo in Arcetri stand und sich heute im Museo del Cenacolo di Andrea del Sarto in Florenz (Inv.-Nr. 1890 3453) befindet. CHF 60 000/100 000 (€ 65 220/108 700) 2

RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2