GEMÄLDE ALTER MEISTER 27. MÄRZ 2026
3038 JAN VAN GOYEN (Leiden 1596–1656 Den Haag) Hafenszene mit Fischerbooten und Dordrecht im Hintergrund. 1655. Öl auf Holz. Unten links auf dem Boot monogrammiert und datiert: VG 1655. 47,4 × 62,1 cm. Provenienz: - Wohl Sammlung Frans van Mieris (1635–1681), Leiden. - Wohl Auktion Frans van Mieris, Leiden, 7.5.1764, Los 213. - Wohl Sammlung Johan van der Marck (1707–1772), Leiden. - Wohl Auktion der Sammlung Johan van der Marck, Amsterdam, 25.8.1773, Los 95. - Wohl Sammlung Jan Wubbels (um 1728–1791), Amsterdam. - Wohl Auktion der Sammlung Jan Wubbels, Amsterdam, 16.7.1792, Los 129. - Sammlung Jan van der Hoogt. - Königliche Sammlung, Schloss Tegernsee, Bayern. - Kunsthandel Elkan und Abraham Silbermann, Wien, 1928. - Kunsthandel Julius Böhler/A. S. Drey, München, 1928–29. - Sammlung Frits Lugt (1884–1970), Maartensdijk. - Sammlung A. H. van Heek, Het Stroot , Enschede, 1929 bis mindestens 1960er–Jahre. - Kunsthandel Pieter de Boer, Amsterdam, 1972. - Auktion Sotheby Mak van Waay, Amsterdam, 14.3.1983, Los 48. - Kunsthandel Robert Noortman, Maastricht. - Schweizer Privatbesitz, seit 1983. Ausstellungen: - Enschede 1935: Catalogus van Nederlandsche 17e eeuwsche schilderijen uit particuliere verzamelingen te Enschede, Juni 1935. - Almelo 1953: Oude kunst uit Twents particulier bezit, Het Waaggebouw, 31.10.–30.11.1953. - Rotterdam 1955: Kunstschatten uit Nederlandse verzamelingen, Museum Boijmans van Beuningen, 19.6.– 25.9.1955. - Leiden/Arnhem 1960: Jan van Goyen, Leiden, Stedelijk Museum De Lakenhal 4.6–27.7.1960, Arnhem, Gemeentemuseum, 31.7–26.7.1960. - Amsterdam, Nederland water/land, Kunsthandel Pieter de Boer, Kat.-Nr. 81. Literatur: - Ausst.-Kat. Catalogus van Nederlandsche 17e eeuwsche schilderijen uit particuliere verzamelingen te Enschede, Enschede 1935, Kat.-Nr. 19. - Ausst.-Kat. Oude kunst uit Twents particulier bezit. Catalogus van schilderijen en beeldhouwwerken, hrsg. von Dirk Hannema, Almelo 1953, Kat.-Nr. 18 (mit Abb.). - Ausst.-Kat. Kunstschatten uit Nederlandse verzamelingen. Rotterdam 1955, Kat.-Nr. 68 (Abb. 58). - Ausst.-Kat. Jan van Goyen, hrsg. von Jan Nicolas van Wessem, Leiden/Arnhem 1960, Kat.-Nr. 50. - Anna Dobrzycka, Jan van Goyen, Posen 1966, Nr. 240. - Cornelis Hofstede de Groot: Jan van Goyen. A Catalogue rai- sonné, London 1972, Bd. VIII, S. 153, Nr. 632c und wohl S. 161, Kat.-Nr. 634c. - Hans Ulrich Beck: Jan van Goyen 1596–1656, Amsterdam 1973, Bd. II, S. 404, Nr. 895 (Abb. auf der S. 403). Dieses aussergewöhnliche Gemälde ist ein herausragendes Bei- spiel der Virtuosität von Jan van Goyen, demBegründer der sogen- nannten Monochromlandschaft. Das 1655 datierte Werk stammt aus der späten Schaffensperiode Van Goyens und zeichnet sich durch seine tonige Farbpalette aus, die die charakteristische brau- ne Monochromie hervorhebt, ein Markenzeichen, das Van Goyen als führenden Vertreter der tonal orientierten Landschaftsmalerei zur vollendeten Höhe führte. Die feine Abstimmung von Braun, Grau und Blautönen, auf die der Künstler in diesem Bild zurück- greift, dient gezielt der Gesamteindruckswirkung der Komposition. Durch die Reduktion der Farbigkeit und die bewusste Abwendung von einer naturalistischen Darstellungsweise wird Van Goyens modernes Verständnis von Landschaften eindrucksvoll betont. Jan van Goyen war Sohn eines Schuhmachers in Leiden. Zunächst lernte er das Handwerk der Glasmaler in seiner Heimatstadt, ehe er seine Ausbildung in Hoorn bei Willem Gerritsz (um 1582– um 1628) fortsetzte. Um 1615/16 verbrachte er ein Jahr in Frank- reich, bevor er seine Lehre im Haarlemer Atelier des Esaias van de Velde (1587–1630) abschloss. Unter all seinen Lehrern übte Van de Velde den grössten Einfluss auf Van Goyens frühe Landschaf- ten aus (siehe Los 3031). 1618 liess Jan van Goyen sich in Leiden nieder und heiratete im selben Jahr Anna Willemsdr. van Raelst. 1632 zog er nach Den Haag, wo er zwei Jahre später die Bürger- schaft erlangte. Neben seiner Tätigkeit als Maler war Van Goyen zugleich ein versierter Kenner und Kunsthändler. Das Gemälde hat zudem eine exzellente Provenienz vorzuweisen: Hans Ulrich Beck brachte es in Verbindung mit der Sammlung von Frans van Mieris in Leiden. Ferner befand sich das Bild im Besitz der industriellen Familie van Heek, die in den 1930er-Jahren und den folgenden Jahrzehnten in Enschede als Textilfabrikanten tä- tig war. In dieser Zeit wurde das Werk mehrfach in bedeutenden Ausstellungen niederländischer Museen gezeigt, wie etwa im Museum Boijmans Van Beuningen und in der De Lakenhal. CHF 200 000/350 000 (€ 217 390/380 430) 54
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