GEMÄLDE ALTER MEISTER 27. MÄRZ 2026

3046 SALOMON VAN RUYSDAEL (Naarden um 1600–1670 Haarlem) Flusslandschaft mit Segelbooten. Öl auf Holz. Unten links auf dem Schiff monogrammiert: SVR (ligiert). 39,9 × 55,8 cm. Provenienz: - Sammlung The Earl of Stair, Knight Commander of Victorian Order, Lochinch Castle, Stranraer (Wigtownshire). - Auktion Christie's, London, 14.4.1978, Los 75. - Kunsthandel Brod, London. - Privatbesitz, Niederlande. - Kunsthandel Robert Noortman, Maastricht. - Schweizer Privatbesitz, seit 1984. Ausstellung: Paris 1978, Biennale des Antiquaires. Literatur: - Wolfgang Stechow: Salomon van Ruysdael, Berlin 1975, S. 144, Nr. 485A. - Weltkunst, 15.9.1978, S. 1919. - The London Art Market. The "Little Masters". Paintings from the Low Countries, in: The Connoisseur, Januar 1979, S. 69 (mit Abb.). Das hier angebotene Gemälde ist ein charakteristisches Beispiel für Salomon van Ruysdael, der zu den bedeutendsten Landschafts- malern der Niederlande des 17. Jahrhunderts zählt und lässt sich eindeutig in seine Reifephase zuordnen. Einst in der Sammlung des Grafen von Stair in Schottland, wurde das zum Verkauf ste- hende Werk kürzlich in einer Schweizer Privatsammlung wieder- entdeckt. Während sich Ruysdael zu Beginn seiner Laufbahn einer eher monochromen, brauntonigen Palette zuwandte, zeichnet sich das späte Schaffen durch eine reiche Farbvielfalt und eine konturbetonte Malweise aus, zwei Kriterien, die beide in diesem Beispiel besonders deutlich zum Ausdruck kommen. Stilistisch lässt sich die vorliegende Darstellung besonders gut mit einer Landschaft mit Segelschiffen, ebenfalls aus einer Privatsamm- lung vergleichen (siehe Stechow 1975, Nr. 290, 1650 datiert). Geboren in Naarden im Gooiland, trug er zunächst den Na- men Salomon de Goyer; später nahm er den Namen Salomon van Ruysdael an, ebenso wie sein Bruder Isaack (1599–1677), angelehnt an die Burg Ruijschdaal in der Nähe des väterlichen Wohnortes. Er war Onkel des berühmten Landschaftsmalers des 17. Jahrhunderts Jacob Isaacksz. van Ruisdael (1628–1682). Über seine künstlerische Ausbildung ist wenig überliefert. 1623 trat er der Haarlemer Sankt Lukasgilde bei. Sein frühestes datiertes Werk stammt aus dem Jahr 1626; darin wird bereits der Einfluss von Esaias van der Velde (1587–1630), der von 1609 bis 1618 in Haarlem tätig war (siehe Los 3031), deutlich sichtbar. Sein Früh- werk weist zudem eine deutliche Auseinandersetzung mit dem Oeuvre von Jan van Goyen (1596–1656) (siehe Los 3038) und Pieter de Molijn (1595–1661) auf. Obwohl Ruysdael Haarlem bis an sein Lebensende nicht verliess, belegen seine Landschaften, dass er Leiden, Utrecht, Amersfoort, Arnhem, Alkmaar, Rhenen, Dordrecht und Egmond besucht haben muss. Seine Landschaften vermitteln eine ruhige, friedliche Welt, die in ihrer Ausführung ein Gleichnis für die Harmonie der Schöpfung darstellt; genau diese Qualität ist im hier angebotenen Gemälde besonders stimmungsvoll erkennbar. CHF 300 000/500 000 (€ 326 090/543 480) 66

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