GEMÄLDE ALTER MEISTER 27. MÄRZ 2026

3059 ADRIAEN VERDOEL d. J. (Middelburg, aktiv 1691–1700) Hafenszene mit Kaufleuten. 1700. Öl auf Leinwand. Mittig auf dem Sockel der Statue signiert und datiert: A. Verdoel. Fcit. Anno. 1700. 84,5 × 107,3 cm. Provenienz: - Auktion Christie's, London, 9.7.1999, Los 179. - Galerie de Jonckheere, Paris (verso mit Etikett). - Schweizer Privatbesitz. Literatur: Arjan van Dixhoorn, Johan Francke, Veronica Frenks: Een allegorie op de Levantse handel? De iconografie van een genrestuk van Adriaen Verdoel de Jonge, in: Archief 2021 - I. Mededelingen van het Koninklijk Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen, Vlissingen 2021, S. 61-120 (mit Abb.). Es herrscht reges Treiben an dem Hafen, den uns Adriaen Verdoel d. J. in diesemGemälde zeigt, wobei er bei der malerischen Ausführung des Werkes viel Wert aufs Detail legt. Den Hafen be- völkern Seemänner und elegant gekleidete Kaufleute, den archi- tektonischen Rahmen der Kulisse bilden eine Barockkirche und Obelisken links im Bild, die Statue mittig auf dem Sockel, die als Personifizierung der Hoffnung identifiziert werden kann, sowie der Leuchtturm im Bildhintergrund. Zu sehen sind zudem meh- rere Segelschiffe, wobei der imposante Dreimaster rechts einen Eindruck von See- und Handelsmacht vermittelt. In der barocken Kirche links kann man die achteckige Kuppel­ kirche Oostkerk in Middelburg erkennen. Middelburg, die Hei- matstadt Verdoels, war Ende des 17. Jahrhunderts mit etwa 30'000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt der niederländischen Republik und wichtiges Zentrum des holländischen Übersee- handels. So hatten die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC), wie auch die Niederländische Westindien-Kompanie (WIC) Niederlassungen in Middelburg und der dortige Hafen diente als wichtiger Umschlagplatz für Handelswaren. Adriaen Verdoel gelingt mit diesem Gemälde ein Paradestück des Hafen-Capriccios, das von grossen Meistern dieses Gen- res, wie Abraham Storck (1635–1710), beeinflusst ist und das als Allegorie des Handels mit dem Orient gedeutet werden kann, worauf nicht nur die Verortung der Szene nach Middelburg hin- weist, sondern auch die Darstellungen fernländischer Protago- nisten im Gemälde. CHF 30 000/50 000 (€ 32 610/54 350) 84

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