BÜCHER & AUTOGRAPHEN 25. MÄRZ 2026

4219* Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897). Eigenh. Brief mit Unterschrift "J.B.". Ohne Ort und Datum (Emp- fangsvermerk: Wien, 25. Oktober 1893). Kl.-8°. 3 1/2 S. auf Doppel- blatt. An seinen Verleger Fritz Simrock, dessen Empfangs- und Beant- wortungsvermerk mit Namensnennung des Schreibers auf der vierten Seite. Über die gemeinsame Publikation der Klavierstücke op. 116-119, Brahms' letztes Werk für Klavier allein: "Aber, l. S. das weiss ich auch: wenn ich die Concertablen Stücke zusam- men thun will, kann ich sie Monologe nennen! [...] Die Nebentitel 'Intermezzi' etc. gelten natürlich. Ich aber bitte mir bei Gelegen- heit die [Fortsetzung auf der dritten Seite:] Korrektur vom Mspto 2.Sammlung (hmoll-Intermezzo) einen Extra-Abzug beilegen zu lassen. Ausserdem bitte ich mir doch auch das Titelblatt zu schicken. Es muss wohl bei den simplen Klavierstücken bleiben?! Das würde nun auch mich recht interessiren wenn ein begabter u. gescheuter Mann wie Cui [?] sich recht franckement [Fortsetzung 2. Seite, quer] (nicht gerade brutalement) über meine Sachen aussprechen möchte. Nun, warten wir ab, wer schreiblustiger ist! Einstweilen bitte ich, dass Sie ihm z.B. die Clavierstücke schicken [...]. - Faltspuren, Anstreichungen des Empfängers in Blaustift. - Beigegeben: Eigenh. Postkarte, wiederum mit Unterschrift "J.B.". (Poststempel:) Wien, 20. Nov. [18]95. - Ebenfalls an Simrock, inzwi- schen Duzfreund. [...] Ganz nebenbei sage ich dass ich in B[onn] u. Leipzig abgesagt habe u. nicht komme. Aber Deine traurigen Nachrichten habe meine ganze Theilnahme [...] Möge bald die schlimme Angst vorüber sein u. Alles besser gehen als es wohl jetzt den Anschein hat!" - Etwas gebräunt, sehr gut erhalten. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 630 / 2 720) 4220* Einstein, Albert, Physiker (1879-1955). Eigenhändiger Brief an seinen Sohn Hans Albert Einstein, signiert "Vater". Princeton, (von anderer Hand datiert: 3.2.36). 4°. 1 S. (zweimal gefaltet). In adressiertem und gelaufenen Original-Kuvert (dieses mit kl. Fehlstellen). Inhaltsreicher, sehr persönlicher Gratulationsbrief zur Promotion des Sohnes: "Ich freue mich riesig, dass Deine Arbeit nun fertig geworden ist. Mit dem Drucker, der Dein Geschreibsel lesen muss, habe ich aber wirklich Mitleid." Immerhin: "Was das Institut an den Druckkosten nicht zahlt, das zahle ich. Ich habe genug Geld dafür in Zürich, das gar nicht besser verwendet werden könnte." Ferner über die bedrohliche finanzielle Situation seiner Ex-Frau Mileva Marić und ihre Immobilien in Zürich: "Es ist so schlimm mit den Häusern, dass sie wohl bankerott machen muss und ich für sie und Tetel (den jüngeren Sohn Eduard) vollständig werde sorgen müssen. Wenn ich aber sterbe, werden sie beide dem Staat zur Last fallen. Dessen schäme ich mich nicht, weil die Schweiz keinen Finger gerührt hat, um die Wegnahme meiner Ersparnisse in Deutschland zu verhindern; sie weigerte sich mit der Begründung, dass ich ja auch das deutsche Bürgerrecht gehabt hätte! Es freut mich, dass Deine Kinder schon auf den Uetliberg steigen können. Als ich zuletzt hinaufstieg, war ich noch ein junger Mensch und erwartete im Freien dort den Sonnenaufgang. - Ich arbeite sehr hart an einer Theorie der Materie auf der Basis der allgemeinen Relativitätstheorie. Solche Schwierigkeiten mathe- matischer Art hab ich noch nie begegnet (sic)." CHF 5 000 / 8 000 (€ 5 430 / 8 700) 4219 4220 106

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