BÜCHER & AUTOGRAPHEN 25. MÄRZ 2026
4224* Fouché, Joseph, Herzog von Otranto, Revoluti- onär und Politiker (1759–1820). Brief mit eigenh. Unterschrift. Paris, 12 brumaire an VIII (3. Novem- ber 1799). 4°. 1 1/2 S. auf Doppelblatt (Faltspuren). Gedr. Kopf: "Le Ministre de la Police générale de la République". An einen "Citoyen Leroy, Capitaine rapporteur au 1er Conseil de Guerre permanent de la 17ème division militaire." - Schwach fleckig. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 090 / 1 630) 4225* Freud, Sigmund, Begründer der Psychoanalyse (1856-1939). Eigenh. Brief mit Unterschrift an Stefan Zweig. London, 10. Juni 1938. Gr.-8°. Knapp 2 S., gedruckter Briefkopf am Kopf. - Mit dem eigenh. adressierten Briefumschlag sowie 2 früheren Postkarten an denselben. Freud war am 6. Juni 1938 im Londoner Exil angekommen, im Alter von 81 Jahren. Der Briefkopf nennt seine kurzzeitige erste Adresse 39 Elsworth Road (Primrose Hill). Er schildert dem bereits 1934 nach London geflohenen Freund seine ersten Eindrücke: "Welche überwältigende Fülle von Eindrücken, Aufforderungen und Verpflichtungen in diesen ersten Tagen. Das Liebenswürdige überwiegend, Begrüssungen und Beglückwünschungen von Fragenden, Anhängern u. Bekannten, aber die gute Hälfte von Un- bekannten, die nichts wollen als Sympathie u. Freude ausdrücken u. nichts dafür verlangen. Dazu natürlich ein Beitrag von Narrheit, Traktate und Evangelien zugesendet, Autogramme erbeten, Zeitungsinterviewe verlangt und zur Lieferung von angeblich gut bezahlten Aufsätzen eingeladen. Selbst einige ärtzliche Konsul- tationen aber nicht viele; von meinem ärztlichen Beruf werde ich, scheint es, hier nicht gut leben können. Ihr lieber Brief war unter den allerersten. Es ist wahr, ich bin recht müde, aber das gilt nur für die Motilität, - mein Herz verlangt [...] etwas zu viel Schonung. Aber dieser Brief ist meine Tri[e]bfeder heute und ich weiss von keinem Grund mir noch lange das Vergnügen zu versagen, auf das ich mich, Wochen lang, beim Gedanken an Londonge- freut habe, nämlich Sie zu sehen und zu sprechen. Ich bin fast immer im Hause, und wenn Sie nächstens einmal Primrose 2940 anrufen, muss sich Ihr Besuch leicht verabreden lassen. Also auf sehr bald!" - Zweig besuchte Freud mehrfach und berichtete über dessen geistige Klarheit. Am 26. September 1939 hielt er ihm die Grabrede. - Mittelfalte, erste Seite mit wenigen kleinen Verwi- schungen, sonst tadellos. - Beigegeben 2 eigenh. Dankeskarten Freuds mit Unterschrift an Zweig im Londoner Exil. Wien, 16. Okt. 1936 und 7. Nov. 1937. Je 2-3 Zeilen. - Provenienz: Europäische Privatsammlung. CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 700 / 13 040) 4224 4225 110
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