BÜCHER & AUTOGRAPHEN 25. MÄRZ 2026

4206* OCCULTA - Allegorie auf die Begrenztheit und Unsicherheit menschlichen Wissens. Gouache mit etwas Gold auf Pergament, links unter der Tischplatte signiert "C. Schlencker". Süddeutschland (?), 17. Jahrhundert. Blatt- und Bildgrösse einschliesslich getuschter Umrahmung 28 × 30,5 cm. Allegorisch-emblematische Darstellung eines nicht identifizier- ten Amateurmalers in der Art von Stammbuchblättern, jedoch von ungewöhnlicher Grösse. Der Sinn erschliesst sich aus den Inschriften der von den beiden magierhaften Akteuren produ- zierten Seifenblasen. Links der Mann "Multa sunt quae scimus sed pluraque nescimus" (Viel wissen wir, aber noch mehr nicht), rechts die Dame "Omnia quae scimus non scimus [ausgelassen: quam] fortuito" (Alles, was wir wissen, wissen wir nur zufällig). Die Zufälligkeit des Wissens (und Schicksals) wird durch die beiden mit Amuletten verzierten Lostrommeln ausgedrückt, an deren Kurbeln das Paar dreht, von hinten durch je ein katzenartiges Tier bewacht. Zwischen ihnen auf der Tischplatte Würfel, Spielkarten und ein "Bäumchen der Erkenntnis" mit Vögeln und züngeln- der Schlange um den Stamm. Auf dem Blumentopf und in der Mauernische sind vier Herolde postiert, deren Krummhörner die Wahrheit gleichsam in die vier Windrichtungen blasen. Reich im barocken Geist ausgestattetes und gekonnt gezeichntes Blatt. - Oberrand gewellt, rechter Randbereich mit Knitterspuren, flächige Farbaufträge etwas berieben, sonst schön erhalten. CHF 8 000 / 10 000 (€ 8 700 / 10 870) 95

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