WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026
128 1123 PAAR KOMMODEN "À FLEURS" Louis XV/Transition, Paris um 1760. Signiert L. Boudin (Léonard Boudin, Meister 1761) und mit dem Innungszeichen. Rosenholz und andere, teils getönte und gravierte Hölzer eingelegt in Form von Blumenranken in rechteckigen Reserven mit Filets "à la grecque". Trapezförmiger, dreiseitig geschweifter Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Sabots. Front mit zwei bombierten Schubladen. Randmoulürier- tes "Brèche d’Alep"-Marmorblatt. Vergoldete Bronzebeschläge. 1 Schlüssel. 81 × 45 × 83 cm. Eine Seite mit grossem Riss. Ein Marmor ersetzt. Furnierfehlstel- len sowie lose Furnierteile. Provenienz: - Privatbesitz Hon. Mrs. Marten, Crichel, Dorset. - Auktion Sotheby's London, 13.7.1962, Lot 195. - Privatsammlung, Basel. Durch Erbschaft in heutigen Privatbesitz.. Das grosse Oeuvre des Ebenisten Léonard Boudin ist stilistisch wie auch gestalterisch sehr heterogen. Es umfasst Lack- sowie Intarsienmöbel in den Stilrichtungen Louis XV, Transition sowie Louis XVI. Dieser Umstand erklärt sich hauptsächlich aus der Tatsache, dass sich Boudin ab 1772 auch als Möbelhändler, sog. "Marchand mercier" betätigte und Stücke von Ebenisten- kollegen verkaufte, welche er mit seiner eigenen Signatur zu ver- sehen pflegte, häufig neben derjenigen des Fertigers des Stü- ckes. In seinem Repertoire finden sich auffällig viele Stücke mit Blumenmarketerie, für deren besonders feine Gestaltung der Ebenist bekannt war. Während die Blumenmarketerie des hier angebotenen Kommodenpaars stark in Richtung des Ebenisten weist, ist die restliche Gestaltung der Reserven und Filets "à la grecque" vergleichsweise einfach für dessen Erzeugnisse. Vgl. Pierre Verlet: Les ébenistes du XVIIIe siècle français. Paris 1963, S. 119. CHF 5 000/8 000 (€ 5 430/8 700)
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