WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026

16 einzelne Adorantin unter einem Rundbogen zeigt. Ein Vorhang- stoff aus dem Benaki Museum in Athen (Inv.-Nr. ΓΕ 7145) bietet aufschlussreiche Parallelen: Die Körperhaltung der Figuren, ihre Gestik, die Gesichtsform mit markanter Augenbrauenpartie in Form einer durchgehenden Monobraue sowie die mosaikartige Gestaltung der Rundbögen weisen Übereinstimmungen auf. Ein stilistisch abweichendes, ikonographisch jedoch nahes Bei- spiel befindet sich im Cleveland Museum of Art (Inv.-Nr. 1982.73). Der relativ grossformatige Vorhangstoff zeigt im untersten Regis- ter eine Rundbogenarchitektur mit drei Adoranten in ähnlicher Haltung. Pfauenmotive treten ebenfalls auf, dort jedoch naturge- treuer wiedergegeben, während die Figuren insgesamt etwas karikierter wirken. Vergleichbar sind hingegen bestimmte deko- rative Elemente wie die Verknotungen im Säulenbereich. Von besonderer Bedeutung für die Provenienz- und Werkstatt- frage ist eine Kopie eines dreiseitigen Briefs aus dem Jahr 1963, aus dem hervorgeht, dass das Objekt von Dr. Klaus Parlasca (1925–2020) untersucht wurde. Dr. Klaus Parlasca war ein namhafter Klassischer Archäologe und Kunsthistoriker, des- sen Forschungsschwerpunkt auf antiker Porträtkunst, römi- schen Bildnissen, Mumienporträts (v. a. Fayum-Porträts) sowie der Bild- und Sozialgeschichte des römischen Ägypten lag.

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