WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026

2 1001 MUMIENMASKE Ägypten, wohl aus Fayum, Spätzeit/ptolemäisch, ca. 500–200 v. Chr. Stuckierte und bemalte Kartonage, teils vergoldet. Die Augenkonturen und der Lidstrich in Lapislazuli eingelegt, die Pupillen mit Glas sowie weissem bzw. schwarzem Email. Zweiteilige Strähnenperücke, vorne ge- scheitelt und zur Brust herabfallend, rückseitig mit Ankh-Nodus, dessen Schlaufenenden jeweils in einer Uräus-Schlange übergehen. Reliefierter Skarabäus mit gespreizten Flügeln an der vorderen Kalotte. Figurativer und geometrischer Dekor an den Strähnen in drei Rängen; der unterste Rang mit jeweils vier sitzenden Genien mit dem Zepter Ouas, darüber jeweils der thronende Osiris auf der rechten Strähne, begleitet von den vier Söhnen des Horus: Hapi und Duamutef, bzw. auf der linken Strähne Amset und Kebehsenuef. Abschluss der Strähnen mit jeweils einem sonnenscheibenbekrönten Falken, die in ihren Klauen die Feder des Got- tes Maat halten. Auf der Innenseite mit einer späteren, wohl arabischen Annotation. H 45,5 cm, L 28,5 cm, T 27,5 cm. Vergoldung und Polychromie mit Fehlstellen. Risse. Provenienz: - Sammlung Konrad Wolf (1917–2008) und Regina Wolf-Schweizer (1929– 2021), Bern (nach mündlicher Überlieferung und belegt durch ein Sch- reiben von J. Leclant, Centre de Recherches Egyptologiques Sorbonne, Paris 18.6.1970 an Regina Wolf). - durch Erbfolge in heutigen Schweizer Privatbesitz. Ausstellungen: Geschenk des Nils: Ägyptische Kunstwerke aus Schweizer Besitz. Basel 1978. Literatur: Hermann Schlögl: Geschenk des Nils. Ägyptische Kunstwerke aus Schweizer Besitz. Basel 1978, S. 96, Nr. 341, mit Abb. Die Maske wird in einem Schreiben von Jean Leclant, Professor der Ägyp- tologie an der Sorbonne in Paris, vom 18. Juni 1970 detailliert beschrieben und in die Spätzeit beziehungsweise an den Beginn der ptolemäischen Epoche, in die Zeit zwischen 500 und 200 v. Chr., datiert. In der ptolemäischen Epoche wurde der Leichnam Verstorbener mit einer Reihe dekorativer Abdeckungen versehen, darunter Masken, Kragen, Plat- ten für Oberkörper und Beine sowie ein Abschluss für die Füsse. Diese Elemente bestanden aus Kartonage, also aus verleimten Stofflagen, die mit einer Stuckschicht überzogen und farbig gefasst waren. Aufwändige Masken wie die vorliegende wurden zusätzlich vergoldet beziehungswei- se mit Steinen eingelegt. Die vorliegende Mumienmaske gleicht in Typus, Gesichtszügen, den Ein- legearbeiten aus Lapislazuli sowie in einzelnen Dekorelementen jener aus der ehemaligen Henry Smeets Collection (abgebildet in: E. Godet et al.: A Private Collection. A Catalogue of the Henri Smeets Collection. Weert 1975, Nr. 32). Beachten Sie für dieses Objekt die neuen EU-Importbestimmungen. CHF 20 000/30 000 (€ 21 740/32 610)

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