WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026
27 1017 WAPPENSCHEIBE DER PATRIZIERFAMILIE MUNTPRAT Konstanz, um 1530. Wohl Ludwig Stillhart (tätig 1506–1537). Prunkwappen der Familie Muntprat, geteilt von Schwarz und Silber mit drei Lilien. Mit Helm, die Helmzier in Form eines von Schwarz und Silber geteilten Flug. Neben dem Wappen ein stehender Landknecht mit Halbarte. Seitliche Rundsäulen. Im unteren Bereich Boden mit Blattwerk. Im Oberbild Szenen einer Stadtbelagerung. Ohne Rahmen 43,5 × 31,5 cm. Das untere Wappen retuschiert. Verbleiung des 19. Jh. Zwei Ergänzungen. Sprung. Die Konstanzer Patrizierfamilie Muntprat stammte ursprünglich aus der Lombardei. Sie wurde 1440 durch den Kauf der Herr- schaft Salenstein zu einem Thurgauer Landadelsgeschlecht. Un- sere Scheibe kann dem als Glasmaler in den Diensten der Stadt Konstanz tätigen Ludwig Stillhart zugeschrieben werden. Sie weist einige Parallelen zu zwei weiteren Scheiben des Malers mit dem Wappen der Muntprat auf, die beide ins Jahr 1521 datieren. Einer Allianzwappenscheibe des Sebastian Muntprat von Salen- stein und der Christina von Altheim, verwahrt im Historischen Museum Thurgau in Frauenfeld (Inv.-Nr. T6444) sowie einer Alli- anzwappenscheibe von Heinrich Lanz von Liebenfels und Agnes Muntprat (ebenda, Inv.-Nr. T6445). Allen drei Scheiben gemein- sam ist die auffällige Gestaltung des Bodens mit Blattwerk sowie die Gestaltung der Figuren in den Oberbildern. Das Historische Museum Thurgau verwahrt ausserdem eine Scheibe mit demselben Familienwappen, welche Lukas Zeiner zugeschrieben und um 1500 datiert wird (Inv.-Nr. T53). CHF 3 000/5 000 (€ 3 260/5 430) 1018 MINIATURTISCHUHR IN TURMFORM Frankreich, Mitte 16. Jh. Bronze graviert mit Grotesken, Blatt- und Bandelwerk sowie vergoldet. Sechseckiges, schlankes Gehäuse auf wenig aus- gestellter, profilierter Basis. Seitlich mit kleiner Türe. Der obere Abschluss als Kuppel mit Balusteraufsatz ausgebildet, graviert mit Rosettenmotiv sowie teils durchbrochen gearbeitet mit Blüten in runden und vierpassigen Reserven. Die Gesimse zie- ren in den Ecken kleine Balusterknäufe. Vergoldetes Zifferblatt mit römischen Stunden. Fein gearbeitetes Werk mit gebläuten Rundsäulen, übereinander angeordnetes Stundenschlagwerk mit Schlussscheibe auf Glocke sowie Gehwerk mit Spindelgang auf Unruh. Die Gehwerkfeder auf Schnecke mit feiner Kette. Das Werk ist aus dem Gehäuse nach oben herausziehbar, mit kleinem Verschlussmechanismus (Arretier-Öse verschlossen). 1 Schlüssel. Ø 5,5 cm, H 11 cm. Guter Zustand, Gehäuse mit späterer Vergoldung. Werk mit geringen Ergänzungen, wenig unvollständig. Eine vom Aufbauprinzip und in einigen Details übereinstim- mende astronomische Uhr, signiert von Pierre de Fobis aus dem Jahr 1535, befindet sich in der Sammlung Joseph Fremers- dorf (vgl. Volker Himmelein & John H. Leopold: Prunkuhren des 16. Jahrhunderts. Sammlung Joseph Fremersdorf. Stuttgart 1974, S. 12–17, Nr. 1). CHF 10 000/15 000 (€ 10 870/16 300)
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