WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026

30 Grosse und König David. Auf der Rückseite des Kabinetts sind Judas Makkabäus (rechts), ein unbekannter Herrscher, der nicht aus der Folge der neun Helden stammt (mittig), sowie Hektor (links) illustriert. Die linke Seite wird von König Artus und Josua geziert (vgl. für die Gesamtserie im Kupferstichkabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Inv.-Nr. A3750–A3758). Das Motiv der zentralen intarsierten Reiterfiguren (König und Dame) findet sich auf einzelnen Plaketten aus dem Victoria and Al- bert Museum in London (Inv.-Nr. 7798-1862). Diese Exemplare wer- den als deutsche Arbeiten beschrieben und in die Zeit zwischen 1560 und 1599 datiert. Die einzelnen Plaketten waren wohl Teil eines Kabinetts. Sowohl die Dichte der Ornamentik mit Arabesken, Rankenwerk und Flechtbändern als auch die nahezu identische Vorlage der Figurendarstellung zeigen eine enge Verwandtschaft zu unserem Stück. Die Stichvorlagen für den reitenden König bzw. die reitende Dame finden sich wiederum bei Virgil Solis, der sie als Spielkartenfiguren konzipiert hatte (vgl. Kupferstichkabinett, Staat- liche Kunstsammlungen Dresden, Inv.-Nr. A3955 bzw. A3928). Das dichte Intarsiendekor erinnert zudem an andere Kunsterzeugnisse, wie beispielsweise eine Armbrust aus dem Bayerischen National- museum in München (Inv.-Nr. W 566), die in den süddeutschen Raum verortet wird. Dort erkennt man vergleichbare Blütenranken, zwischen denen Jagdhunde ihrer Beute nachstellen. Dieses Objekt mit artengeschützten Materialien befindet sich in der Koller Repräsentanz in München (Besichtigung einzig in München auf Voranmeldung). Eine EU-Handelsgenehmigung liegt vor; ein Export ausserhalb der EU ist nicht möglich. CHF 30 000/50 000 (€ 32 610/54 350) Quelle: Virgil Solis (1514–1562): Roi de pique (Bartsch 351), um 1545. CC0 Paris Musées / Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris, Petit Palais. Open Source.

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