WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026
38 1027* INTARSIERTES KABINETT Wohl Frankreich oder Italien, 1. Hälfte 17. Jh. Verschiedene Hölzer, teils geschwärzt und mit Elfen- bein in rechteckigen Reserven eingelegt, graviert mit Grotesken, Arabesken, Harpyien, Füllhörnern, Blättern sowie Früchtebouquets. Die beiden Türen mit Einlagen in Form von Musketieren. Das Kabinett-Oberteil in archi- tektonischer Form, die Front als Fassade gegliedert mit 24 Schubladen und einer Türe. Die Seitenwandungen kassettiert und mit Filets eingelegt. Vergoldete Bronzezier in Form von Putten, Knabenbüsten, Fratzen, Rosetten sowie ein unidentifiziertes, bischöfliches Zentralwappen. Drei Aufsatzvasen, zwei aus Achat und eine aus Marmor mit Bronzeblüten (unvollständig, bestossen). Rückseitige Geheimschublade. Dazu: Späteres Tischunterteil, 20. Jh. mit gerader, einschübiger Zarge auf Pyramidenbeinen. Kabinett: 77 × 42 × 98,5 cm. Unterteil: 90 × 47,5 × 83,5 cm. Risse, Fehlstellen, Gebrauchsspuren. Die Intarsien mit späteren Reparaturen und Ergänzungen. Provenienz: Sammlung Arlette und Antony Embden, Frankreich. Das Vorbild der oberen intarsierten Kavaliersfigur geht auf einen Stich mit dem Titel "Le gentilhomme au manteau bordé de fourrures tenant ses mains derrière le dos" aus Jacques Callots (um 1592–1635) Folge "La noblesse" aus den Jahren 1620/1623 zurück (Vgl. Louvre, Inv.-Nr. L 45 LR/676 Recto). Ein weiterer Vergleich für die figürlichen In- tarsien findet man an einer Schatulle aus dem Staatlichen Historischen Museum in Stockholm (Inv.-Nr. 41539_HST), welche als Arbeit des 17./18. Jh. beschrieben wird. Dieses Objekt mit artengeschützten Materialien befindet sich in der Koller Repräsentanz in München (Besichtigung einzig in München auf Voranmeldung). Eine EU-Handels- genehmigung liegt vor; ein Export ausserhalb der EU ist nicht möglich. CHF 12 000/18 000 (€ 13 040/19 570)
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