WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026

59 Wolkenlandschaft folgen einem sehr ähnlichen Bildschema und ver- weisen auf den klassizierenden Bildkanon des französischen Hoch- barock. Als weitere mögliche Inspirationsquelle für unsere Bronze- plakette kann Guido Renis (1575–1642) Monumentalfresko mit dem Titel "Aurora" im Palazzo Pallavicini Rospigliosi in Rom gelten. Das 1614 fertiggestellte Werk zeigt in ähnlicher Manier einen wagenlen- kenden Apollo, vor dem Aurora als Göttin der Morgenröte die Wolken beiseiteschiebt. Insbesondere der fackeltragende Genius vor dem Wagen ist identisch zu Guido Renis Werk. Hingegen tritt bei unserer Plakette die Figur der Aurora in den Hintergrund, da sie anders als bei Reni als Rückenfigur dargestellt ist. Die vorliegende Plakette ist signiert und bezeichnet "Coustou fecit"; eine präzise Zuschreibung innerhalb der berühmten Bild- hauerfamilie Coustou bleibt indes offen. Stilistisch kommen sowohl Nicolas Coustou (1658–1733) als auch Guillaume Coustou (1677–1746) in Betracht. Bemerkenswert ist schliess- lich, dass genau diese Komposition in identischem Design ge- gen Ende des 19. Jh. von der Londoner Firma Elkington & Co., bekannt für galvanoplastische Reproduktionsverfahren, her- gestellt wurde. Ebenso wird das Vorbild unseres Reliefs in ei- nem alten Katalog von 1911 von der Gips-Reproduktionsfirma P.P. Caproni and Brother illustriert (Vgl. Catalogue of Caproni Casts. Boston Massachusetts 1911, Nr. 10030, ohne Angaben zur Originalquelle). CHF 15 000/20 000 (€ 16 300/21 740)

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