WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026
75 1061 GROSSER GLASPOKAL Böhmen, um 1730. Konische Wandung graviert mit einer umlaufenden Jagd- szene zwischen einem Band laufender Füchse und Hunde. Der Kuppaansatz facettiert, der mehrknaufige Schaft mittels Schraubgewinde abnehmbar. H 27,4 cm. Provenienz: - Die Sammlung der Markgrafen und Grossherzöge von Baden, Sotheby's Baden-Baden, 5.10.1995, Lot 852. - Privatsammlung, St. Gallen, in obiger Auktion erworben. CHF 1 000/1 500 (€ 1 090/1 630) 1062* STEHENDER HERKULES Deutschland, Anfang 18. Jh. Nach einem Vorbild von Ignaz Elhafen (1658–1715) für den Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz. Elfenbein vollrund und teils durchbrochen geschnitzt. Herkules, den Kopf leicht nach unten links gerichtet, in schreitender Position auf ovaler Basis. Der rechte Arm hinter dem Rücken, das Löwenfell haltend, der linke Arm mit auf der Schulter abgestützter Keule. Auf späterem blauem Stein- und weissem Marmorsockel montiert. H 17 cm, mit Sockel 23 cm. Keule im unteren Bereich repa- riert. Wenige Risse und Verfärbungen. Provenienz: Sammlung Arlette und Antony Embden, Frankreich. Das Vorbild dieser Skulptur geht auf den schreitenden Her- kules von Ignaz Elhafen um 1710 zurück, welcher im Baye- rischen Nationalmuseum München verwahrt wird (Inv.-Nr. R4722). Die Vorlage zu dieser Statuette gilt als unbekannt ge- mäss Christian Theuerkauff: Der "Helffenbeinarbeiter" Ignaz Elhafen, in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 21, 1968, S. 92–157, hier S. 141 f., Abb. Tafel 123, Kat.-Nr. 100. Hier wird als Gegenstück zur Skulptur des Herkules als "Erschläger" des nemeischen Löwen die Figur des Meleager mit dem getöte- ten kalydonischen Eber aufgeführt (ebenfalls im Bayerischen Nationalmuseum München, Inv.-Nr. R4724). Beide personifi- zieren heroische Figuren, welche das Wilde und das Chaos bezwingen. Dieses Objekt mit artengeschützten Materialien befindet sich in der Koller Repräsentanz in München (Besichtigung einzig in München auf Voranmeldung). Eine EU-Handelsgenehmi- gung liegt vor; ein Export ausserhalb der EU ist nicht möglich. CHF 5 000/8 000 (€ 5 430/8 700)
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