WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 26. MÄRZ 2026

84 1071 SELTENE PLATTE Meissen, um 1725–30. Die Bemalung in der Art von Johann Ehrenfried Stadler. Der Dekor dominiert von einer farbenprächtigen, zentralen Chinoiserieszene, mit fächertragenden Chinesen, chinesi- schem Fo-Hund, zwei Phönixvögeln, Felsmotiven und Pru- nusblütenzweig, auf einem Terrainsockel mit Dreieckszaun. Die Kehle mit einer Goldspitzenbordüre und auf der glatten Fahne vier goldgerahmte und radierte Vierpasskartuschen mit Höroldtchinesen zwischen in Gold geschuppten Eckmotiven. Unterglasurblaue Schwertermarke, Goldzeichen H. Ø 27,7 cm. Stark repariert. Provenienz: Privatsammlung, Basel. Durch Erbschaft in heutigen Privat- besitz. Die zentrale Szene entspricht vergleichbaren Chinoiseriesze- nen die J. E. Stadler oder seinem Umkreis zugeschrieben wer- den. Ein prächtiger Walzenkrug aus demMetropolitanMuseum führt Stadlers hohe Kunstfertigkeit vor Augen, und stellt vergleich- bare Figuren dar - dort in raffinierterer Ausführung (Metropolitan Museum New York, Inv.-Nr. 54.147.81). Für eine Plattemit ähnlichemDekoraufbau s. Christie's, 28.6.1976, Lot 184. Dort ein Hinweis auf weitere verwandte Exemplare aus der Sammlung Klemperer (Schnorr von Carolsfeld 1928, Nr. 77, 78). Eine Eigenheit seines Dekorstils, der Terrainsockel mit schwar- zem Dreieckszaun, finden sich vergleichbar auf der von Stadler signierten Laterne, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dres- den wieder (Inv. Nr. PE 1522). In der älteren Literatur wurde dieses prägnante Dekorelement in der Terrainbemalung (R. Wark, KFS 50, 1960 S.33) mit einem Ma- ler aus dem Umkreis F. A. Löwenfincks in Verbindung gebracht. Auch R. Seyffarth griff diese Indizienfolge auf und brachte sie mit einem Künstler mit "C J L" Signatur auf einer Tasse aus dem Leipziger Grassimuseum in Verbindung (Seyffarth, KFS 51/1960, Tafel X); ebenso bei M. Newman (Die deutschen Porzellan Manu- fakturen, 1977, Bd. I, S.19, 22). CHF 3 000/5 000 (€ 3 260/5 430)

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