IMPRESSIONISMUS & MODERNE 26. JUNI 2026

10 3205* MAX LIEBERMANN (1847 Berlin 1935) Nähende Mädchen in Huyzen. Um 1895. Pastell auf Papier auf Karton. Unten rechts signiert: M. Liebermann. 58 × 80 cm. Provenienz: - Julius und Malgonia Stern, Berlin, bis 1914. - Nachlass Julius Stern, bis 1916. - Auktion Paul Cassirer, Berlin, Sammlung Julius Stern, 22.5.1916, Los 60 (verso mit Etikett). - Sammlung Dr. Max Emden, Hamburg/Muralto, an obiger Auktion erworben. - Arthur Hoffer, Zürich, um 1923. - René A. Hoffer, Schweiz, durch Erbschaft von Obigem erhalten. - Auktion Grisebach, Berlin, 26.5.1995, Los 8. - Galerie Klauspeter Westenhoff, Hamburg, an obiger Auktion erworben. - Privatsammlung Hamburg, am 26.1.1996 in obiger Galerie erworben. - Auktion Sotheby’s, London, 22.6.2016, Los 343. - Privatsammlung Deutschland, an obiger Auktion erworben. Ausstellungen: - Zürich 1923, Max Liebermann, Kunsthaus Zürich, Juni–Juli 1923, Nr. 108 (verso mit Etikett). - Berlin/München 1979/80, Max Liebermann in seiner Zeit, Nationalgalerie Berlin, 6.9.–4.11.1979/Haus der Kunst München, 14.12.1979–17.2.1980, Nr. 373 (verso mit Etikett). Literatur: - Bruno Cassirer (Hrsg.): Kunst und Künstler, Berlin 1910, Jahrgang VIII, S. 538/539 (mit Abb.). - Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, Berlin 1914 (Neuauflage 1923), S. 537. Liebermann findet das Motiv für die ”Nähenden Mädchen“ im Dorf Huyzen bei Laren, wo er sich im Sommer 1889 für einige Zeit aufhält. Bereits vor Ort beginnt er mit der Anfertigung ers- ter Studien, die jeweils vier Näherinnen zeigen. Später erwei- tert er die Komposition auf insgesamt sieben Figuren. Von diesem Motiv existiert kein finales Ölgemälde, vielmehr sind ausgereifte Ölstudien aus dem Jahr 1889 überliefert, die Liebermann einige Jahre später in Form von mindestens drei Pastellen wieder aufgreift. In allen Pastellen ergänzt er die Darstellung um einen Baum im Vordergrund, der den Bildraum öffnet und zugleich das durch die Blätter fallende Streulicht auf den Figuren nachvollziehbar macht. Dieses grossformatige Pastell stellt eine besonders verfei- nerte Fassung dar und besticht vor allem durch die detail- reiche Ausarbeitung der Figuren sowie durch das lebendige Spiel des Lichts, das glitzernd durch die Baumkronen fällt. Das Pastell stammt aus der bedeutenden Sammlung Julius und Malgonia Stern, die im Laufe ihres Lebens eine wichtige Kunstsammlung aufgebaut haben. Nach dem Tod des Ehepaars wurde das Werk 1916 bei einer Sammlungs­ auktion von Paul Cassirer an den nicht weniger bekannten Deutsch-Schweizer Sammler Max Emden verkauft. Sowohl Werke aus der Sammlung Stern als auch aus der Samm- lung Emden sind heute in bedeutenden Sammlungen und Museen vertreten. CHF 80 000/120 000 (€ 86 960/130 430)

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