SCHWEIZER KUNST 26. JUNI 2026
110 3065* FÉLIX VALLOTTON (Lausanne 1865–1925 Paris) Le golfe Juan. 1920. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert und datiert: F. VALLOTTON. 20. 60,5 × 81 cm. Provenienz: - Galerie Druet, Paris, 1921 direkt beim Künstler erwor- ben, Nr. 9651. - Privatsammlung Heyndrickx-Masurel, Tourcoing, 1922. - Galerie Druet, Paris, 1925, Nr. 11233. - Wohl Privatbesitz J. Sée, ab 1931. - Galerie Skira, Genf. - Privatbesitz Willy Raeber, Basel. - Privatbesitz Hans Lacher, Blonay, ab 1967. - Seitdem in Familienbesitz. Ausstellungen: - Wohl Paris 1922, Exposition Félix Vallotton, Galerie Druet, 15.–26.5.1922, Nr. 29-50, als „Cagnes et ses environs“. - Brüssel 1926, IVe Salon annuel de la peinture française, Galerie Georges Giroux, 9.–20.10.1926, Nr. 148, als „Le golfe Juan“. - Winterthur, Bremen, Düsseldorf, Paris und Genf 1978/79, Félix Vallotton. Bilder. Zeichnungen. Graphik, Kunstmuseum Winterthur, 1.10.–12.11.1978; Kunsthalle Bremen, 3.12.1978–28.1.1979; Kunsthalle Düsseldorf, 15.2.–25.3.1979; Musée du Petit Palais, 11.4.–18.6.1979; Musée Rath, Juli–September 1979, Nr. 13, als „Vue du golfe Juan prise de la Garoupe“. Literatur: - Félix Vallotton: „Livre de raison. Liste de mes œuvres, peintures et gravures, faite dans l‘ordre chronologique, à partir de 1885“, in: Catalogue 1938, Zürich, Félix Val- lotton. 1865–1925, S. 37–99, Nr. 1308, als „Vue de golfe Jouan prise de la Garoupe ds le fond l‘Esterel noyé de lumière, à droite un olivier, villa au centre, au 1r plan des poules picorent ds les cailloux (T 25 P)“. - Francis Jourdain: Félix Vallotton. Avec une étude d‘Ed- mond Jaloux, Genf 1953, Tafel 74. - Francis Jourdain: Félix Vallotton. Mit einer Studie von Edmond Jaloux, Zürich 1967, Tafel 49. - Rudolf Koella: Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton. Wesen, Bedeutung, Entwicklung, Zürich 1969, LK 250. - Marina Ducrey: Félix Vallotton (1865–1925). L’œuvre peint. Catalogue raisonné, Zürich und Lausanne 2005, Bd. III, S. 742, Nr. 1378 (mit Abb.). In Le golf de Juan zeigt Félix Vallotton eine Landschaft der Côte d’Azur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zu einer Zeit, in der die Mittelmeerküste zu einem Ort der Sommer- frische und moderner Freizeitgestaltung wird. Die Szene scheint zunächst eine ruhige, lichtdurchflutete Umgebung zu beschreiben, geprägt vom Meer und weit geöffneten Räumen. Doch die Komposition offenbart schnell eine äusserst durchdachte Konstruktion. Die Formen sind vereinfacht, beinahe auf Farbflächen reduziert, und der Raum wirkt mit grosser Strenge organisiert. Dieser Ansatz schafft eine gewisse Distanz zwischen dem Betrachter und dem dar- gestellten Motiv. Wie so oft bei Vallotton verbirgt diese scheinbare Einfach- heit eine grosse malerische Raffinesse. Die Landschaft wird, weit entfernt von einer blossen Beschreibung, zu einer eigenständigen visuellen Konstruktion von bemer- kenswerter Klarheit. Die Strenge der Komposition, verbun- den mit der Reinheit der Formen und dem ausgewogenen Verhältnis der Bildmassen, verleiht der Szene eine stille, zugleich sehr zeitgenössische Kraft. Es entsteht ein Bild, das zugleich lichtdurchflutet und vollkommen kontrolliert wirkt und auf elegante Weise die Modernität der mondä- nen Landschaften des frühen Jahrhunderts zum Ausdruck bringt. CHF 300 000/500 000 (€ 326 090/543 480)
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