POST-WAR & CONTEMPORARY 25. JUNI 2026
78 3459 HEINZ MACK (Lollar 1931–lebt und arbeitet u.a. in Mönchengladbach) Sternen-Gitter. 2007. Acryl auf Leinwand. Oben rechts signiert und datiert: mack 07, sowie verso signiert, betitelt und datiert: ”Sternen-Gitter“ mack 7. 133 × 164 cm. Gutachten: Mack Foundation, Essen, März 2026. Provenienz: - Galerie c.art Prantl & Boch, Dornbirn. - Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie 2010 erworben. Die Arbeit ”Sternen-Gitter“ von Heinz Mack zeigt ein streng wirken- des Raster aus Linien, das sich über eine tiefblaue Fläche legt. An den Kreuzungspunkten leuchten kleine goldene Quadrate, die an Sterne erinnern. Trotz dieser klaren Ordnung wirkt das Bild nicht sta- tisch: Nach längerem Betrachten fängt es an zu flimmern, die Fläche scheint sich zu bewegen und es entsteht eine räumliche Tiefe, ob- wohl keine Perspektive vorhanden ist. Diese Wirkung ist typisch für Mack und die ZERO-Gruppe, die sich auf grundlegende Phänomene wie Licht und Bewegung konzent- riert. Das Bild stellt keine konkrete Szene dar, sondern erzeugt eine visuelle Erfahrung. Besonders das Zusammenspiel der Farben ist entscheidend. Das intensive Blau lässt die goldenen Punkte stärker leuchten, während diese zugleich die Wirkung des Blaus verändern. So entsteht ein ”Ökosystem“ aus Farben, in dem jedes Element die Wahrnehmung des anderen beeinflusst. Durch das Flimmern verliert die Rasterstruktur an Stabilität. Die Flä- che wirkt in Bewegung, obwohl sie unverändert bleibt. Gleichzeitig bleibt unklar, welche Bereiche im Vordergrund und welche im Hin- tergrund liegen, wodurch ein irritierendes Raumgefühl entsteht – eine Wirkung, die entfernt an die räumlichen Experimente von M. C. Escher erinnert. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es Heinz Mack nicht um Darstellung oder Symbolik geht, sondern um Wahrnehmung. Das Bild funktioniert wie ein visuelles Rhythmusfeld. Der Blick bewegt sich entlang der Linien und Punkte, wodurch eine subtile Dynamik entsteht. ”Sternen-Gitter“ zeigt beispielhaft, wie durch reduzierte formale Mittel eine komplexe visuelle Wirkung erzeugt werden kann und regt dazu an, die subtilen Veränderungen im Sehen selbst zu erleben. CHF 70 000/90 000 (€ 76 090/97 830)
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