GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 18. SEPTEMBER 2026
152 3219* ANDREAS SCHELFHOUT (1787 Den Haag 1870) Schlittschuhläufer auf einem zugefrorenen Fluss vor einer Stadt. 1847. Öl auf Holz. Unten links signiert und datiert: A. Schelfhout f 1847. 49,7 × 68 cm. Provenienz: - Sammlung J. A. Völcker. - Auktion Muller & Cie., Amsterdam, 17.4.1888, Los 31. - Privatsammlung Amsterdam. - Auktion, Amsterdam, 5.2.1918, Los 162. - Sammlung J. J. Vethake, Den Haag (verso mit Etikett). - Durch Erbschaft, Europäische Privatsammlung. - Durch Erbschaft an heutige Besitzer. Bei dem hier angebotenen Gemälde handelt es sich um ein Werk musealen Ranges in hervorragendem Zustand, das 1847 entstanden ist und somit in die reife Schaffenszeit Schelfhouts fällt, in der der Künstler bereits grosse internationale Bekannt- heit genoss und seine besten Werke schuf. Es befand sich seit mehreren Generationen im Besitz derselben Familie und taucht nun zum ersten Mal seit wohl über 100 Jahren auf dem Kunstmarkt wieder auf. Mit der Versteigerung der vorliegen- den Winterlandschaft bietet sich somit die seltene Gelegen- heit, eines der wichtigsten Kunstwerke im Oeuvre Schelfhouts zu erwerben. Winterlandschaften gehörten bereits zu Schelfhouts Lebzei- ten zu dessen beliebtesten Werken, wobei vorliegendes Ge- mälde aufgrund seiner virtuosen malerischen Ausführung und der komplexen Komposition mit besonders vielen Figuren und einem detailliert ausgeführten Stadtpanorama mit Segel- schiffen im Hintergrund zu den Hauptwerken des Künstlers gezählt werden kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Komposition unseres Gemäldes als Vorlage und Inspirati- on für zahlreiche Künstler in der Nachfolge Schelfhouts diente. Als Sohn des Rahmenmachers und Vergolders Jean Baptist Schelfhout in Den Haag geboren, begann Andreas Schelf- hout zunächst als Anstreicher im väterlichen Betrieb zu arbei- ten. Sein künstlerisches Talent trat rasch zutage und nach einer ersten Ausstellung in Den Haag erhielt er Zeichenunterricht bei Joannes Breckenheimer (1772–1856). Er studierte die hollän- dischen Maler des 17. Jahrhunderts, darunter insbesondere Meindert Hobbema (1638–1709) und Jacob van Ruisdael (1628– 1682). 1815 begann er seine eigene Werkstatt und aufgrund sei- ner technischen Perfektion, kompositorischen Vielfältigkeit und durch Verwendung von naturalistischen Farbakzenten gelang- ten seine Werke bald auch ausserhalb von Den Haag zu grosser Bekanntheit. 1818 wurde die Akademie der Bildenden Künste in Amsterdam gegründet, zu deren Mitgliedern Schelfhout direkt gewählt wurde. 1819 erhielt er die Goldmedaille anlässlich der Ausstellung in Antwerpen. Zunächst fokussierte sich Schelfhout auf Sommer- und Strandlandschaften sowie Tierbilder, bevor er sich auf Winterlandschaften spezialisierte, die damals wie heute zu seinen besten und gefragtesten Werken zählten. Christiaan Lucht, M.A. bestätigt die Eigenhändigkeit anhand ei- ner Fotografie, wofür wir ihm danken. CHF 40 000/60 000 (€ 43 480/65 220)
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