GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 18. SEPTEMBER 2026

160 3226* GUSTAVE COURBET (Ornans 1819–1877 La Tour-de-Peilz) Un barrage près d‘Ornans, L‘Écluse de la Loue. 1861. Öl auf Leinwand. Unten links datiert und signiert: 61 G Courbet. 59 × 73 cm. Provenienz: - Sammlung P.-A. Chéramy, Paris. - Auktion Galerie Georges Petit, Paris, 5.–7.5.1908, Los 143 als „Le Barrage“. - Sammlung Kélékian, wohl Dikran Khan Kélékian (1868–1951). - Sammlung Montaignac, Paris. - Galerie Brame & Lorenceau, Paris. - Bedeutende europäische Privatsammlung. Ausstellungen: - Ornans 2000, Courbet en Privé, Musée Gustave Cour- bet, 8.7.–22.10.2000, Nr. 124. - Hyères 2026, Gustave Courbet. Du chant de la Nature aux voix de la Révolte, La Banque, musée des Cultures et du Paysage, 17.1.–24.5.2026. Literatur: - Jean Bruno: Les Misères des Gueux - Ouvrage entière- ment illustré par G. Courbet, Paris 1872, S. 120 (mit Abb.). - Georges Riat: Gustave Courbet, Paris 1906, S. 217. - Robert Fernier: La vie et l‘oeuvre de Gustave Courbet. Catalogue raisonné, Tome I, Peintures: 1819-1865, Lau- sanne und Paris 1978, S. 170, Nr. 282 mit abweichenden Massangaben (mit Abb. auf S. 283). - Pierre Courthion: Tout l’oeuvre peint de Courbet, Paris 1987, S. 88, Nr. 271 (mit Abb. auf S. 89). - Pierre Cabanne: Les Peintres de plein air, Paris 1998, S. 136 (mit Abb.). - Edizioni Valdonega (Hrsg.): Gustave Courbet e il suo tempo, Verona 2008, S. 212, Nr. 5 (mit Abb.). Wie auch Los 3241 dieser Auktion eindrücklich vor Augen führt, ist Gustave Courbet in erster Linie ein Meister der Landschaftsmalerei, so machen Landschaften etwa zwei Drittel seines Gesamtwerkes aus. Die Liebe zu seiner Heimatregion, der Franche-Comté, die Courbet bereits in jungen Jahren erwanderte, bildete die Grundlage für seine naturalistischen Darstellungen insbesondere der male- rischen Landschaften rund um Ornans und entlang des Flusses Loue. Un barrage près d‘Ornans, L‘Écluse de la Loue ist hierfür ein sehr schönes Beispiel. Das Gemälde, das bis vor Kur- zem noch in einer umfangreichen Courbet-Ausstellung im südfranzösischen Hyères zu sehen war und dort sogar als Titelbild des Ausstellungskatalogs diente, zeigt ein Stau- wehr, welches das Wasser der Loue zu einer lebendigen Kaskade werden lässt. Rechts im Bild sind die für die Re- gion typischen schroffen Felsen zu erkennen, während am Flussufer und dem Berg im Hintergrund einige Häuser zu sehen sind. Der wilden Natur dieser ländlichen Gegend stellt Courbet der menschengemachten Architektur und insbesondere der Staustufe entgegen, was seiner Male- rei einen dokumentarischen und weniger idealisierenden Charakter verleiht. Deutlich wird bei vorliegendemWerk auch Courbets künst- lerisches Talent, verschiedene Stofflichkeit mit virtuoser Leichtigkeit darzustellen. Die aufbrausende Oberfläche des Wassers am Stauwehr, das mit dem beruhigten Was- ser links und rechts im Bild in einem Spannungsverhältnis steht, wie auch die Haptik der Felsen und das Laub der in sanft abgestuften Grüntönen gezeigten Bäume beschwö- ren ein Landschaftsbild, wie es nur Courbet zu erschaffen wusste. CHF 120 000/150 000 (€ 130 430/163 040)

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