GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 18. SEPTEMBER 2026

176 3240* GUSTAVE COURBET (Ornans 1819–1877 La Tour-de-Peilz) Le petit pêcheur, vallée de la Loue. Um 1870. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: G. Courbet. 65,5 × 81,5 cm. Provenienz: - Auktion Galerie Charpentier, Paris, 3.12.1957, Los 101. - Gerald-Peters Gallery, New York. - Bedeutende europäische Privatsammlung. Ausstellung: Ravenna 2006, Dal Romanticismo all‘informale. Omaggio a Francesco Arcangeli, Museo d‘Arte della città di Ravenna, 19.3.–23.7.2006 (verso mit Etikett). Literatur: - Robert Fernier: La vie et l‘oeuvre de Gustave Courbet. Ca- talogue raisonné, Tome II, Peintures: 1866-1877, Dessins, Sculptures, Lausanne und Paris 1978, S. 104, Nr. 738 (mit Abb. auf S. 105). - Ausst.-Kat. Turner, Monet, Pollock. From Romanticism to Informal Art. Tribute to Francesco Arcangeli, hrsg. von Claudio Spadoni, Milano 2006, S. 96 (mit Abb. auf S. 101). - Edizioni Valdonega (Hrsg.): Gustave Courbet e il suo tempo, Verona 2008, S. 216, Nr. 21 (mit Abb.). Gustave Courbet zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Realismus in der Malerei des 19. Jahrhunderts, wobei die Land- schaftsmalerei den Hauptteil seines Gesamtwerks ausmacht. Ausgehend von der Landschaft seiner Heimatregion um Ornans begriff Courbet die Natur nicht als blosse Kulisse, sondern als eigenständiges Motiv: Felsen, Wälder und Gewässer rücken in seinen Gemälden in den Fokus, während Figuren – wenn über- haupt vorhanden – oft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das hier angebotene Gemälde stellt ein beeindruckendes Bei- spiel für Courbets Landschaftsmalerei dar. Besonders deutlich kommt in unseremWerk die Virtuosität Courbets bei der Darstel- lung der Struktur der Felsen, des Wassers und der Vegeta- tion zum Vorschein. Auch die nuancierten Schattierungen und die räumliche Tiefe, die im Gemälde erzeugt wird, sind meisterhaft ausgeführt. Zu sehen ist ein Blick ins Loue-Tal in der Nähe von Ornans, wobei das markante Landschaftsbild mit seinen Felsfor- mationen und dem idyllischen Flusslauf eine Identifizie- rung des Motivs zulässt. Bei der Burgruine, die über dem Tal thront, handelt es sich um die Überreste des Château de Scey. Courbets unmittelbare Darstellung der Natur und seine neuartige Auffassung der Landschaft als autonomes Bildt- hema trug entscheidend zur Entwicklung der modernen Malerei bei und beeinflusste nachfolgende Künstlergene- rationen nachhaltig. Vorliegendes Gemälde kann dabei als eines der Paradebeispiele für die Landschaftsmalerei Courbets betrachtet werden. CHF 80 000/120 000 (€ 86 960/130 430)

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