GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 18. SEPTEMBER 2026
182 3245* JEAN-BAPTISTE CAMILLE COROT (1796 Paris 1875) Blick auf Saint-Lô bei Abendstimmung. Öl auf Holz. Unten links signiert: Corot. 29,5 × 49,7 cm. Gutachten: Martin Dieterle & Claire Lebeau, Paris, 11.4.2018 (in Kopie vorhanden). Provenienz: - Auktion Frayssinet, Marseille, 13.5.1880, Los 15. - Privatsammlung Frankreich. - Galerie Rosenbach, Hannover. - Bedeutende europäische Privatsammlung, in obiger Galerie am 25.10.1977 erworben. - Durch Erbschaft, bedeutende europäische Privatsammlung. Literatur: Alfred Robaut: L‘oeuvre de Corot, Paris 1965, Bd. II, S. 249, Nr. 754 (mit Abb.). In den 1860er-Jahren reiste Jean-Baptiste Camille Corot regelmässig in die Normandie und verbrachte dort zahlreiche Sommer. Während seiner dortigen Aufenthalte schuf er eine ganze Reihe an Gemälden der Stadt Saint-Lô und ihrer Umgebung. Diese Ansicht der Stadt mit den markanten Doppeltürmen der Kirche Notre-Dame de Saint-Lô und dem Fluss Vire im Vordergrund vereint typische Elemente der Malerei Corots. So sind insbe- sondere die stimmungsvolle Farbgebung, die gestaffelte Landschaft sowie die Darstellung von Gebäuden in der Ferne Elemente, die in zahlreichen Gemälden des französischen Meisters wiederkehren. Corot, der als Gründervater der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts gilt, arbeitete oft im Freien, insbesondere in der Gegend um Barbizon im Wald von Fontainebleau, und ebnete auf diese Weise den Weg für die Frei- lichtmalerei, die die Kunst der darauffolgenden Jahrzehnte entscheidend prägen sollte. Stadtansichten von Saint-Lô von Corot befinden sich in namhaften Samm- lungen, so beispielsweise in der des Louvre in Paris (Inv.-Nr. RF 2580). Auch die Sammlung des berühmten französischen Schauspielers Alain Delon (1935–2024) beherbergte eine Ansicht von Saint-Lô. CHF 120 000/150 000 (€ 130 430/163 040)
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