GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026

16 3010* ANTWERPEN, 16. JH. Triptychon mit Madonna und Kind sowie den drei Königen. Öl auf Holz. 72,5 × 42,5 cm (Mitteltafel), je 73 × 19,5 cm (Seitenflügel). Provenienz: - Wohl Sammlung Egmond-Arkel (verso des Altarflügels mit Wappen). - Wohl Sammlung Van Hoogwoude-Aartswoud (verso des Altarflügels mit Wappen). - Sammlung Familie Boitselaer, Kleve. - Sammlung Familie Wassenaer Harrenburg. - Sammlung Lucas Stokbroo (1792–1867), Hoorn. - Sammlung Monchsor de la Haye. - Sammlung Charles Antoine, Baron von Bieberstein Rogalla Zawadsky, (1796–1880), seit 1868. - Europäische Sammlung. Dieses komplett erhaltene und beidseitig bemalte Triptychon ist ein charakteristisches Beispiel für die Antwerpener Kunstproduk- tion des 16. Jahrhunderts mit einer beliebten Darstellung: Die drei Könige umgeben die Madonna mit ihrem Sohn und bringen ihre traditionellen Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhe, die jeweils als Symbole für königliche Würde, Göttlichkeit sowie Opfer und Erlösung stehen. Die realistische Schilderung ist eindrucksvoll, insbesondere in der Art, wie das Jesuskind nach den Goldmünzen greift und wie seine Mutter versucht, es daran zu hindern, indem sie seinen Arm festhält. Das gewählte Format eines Triptychons sowie das Thema verwei- sen auf Pieter Coecke van Aelst (1502–1550) und seine Werkstatt, der zu jener Zeit zu den bedeutendsten Künstlern Antwerpens zählte. Max J. Friedländer ordnete Coecke van Aelst der Gruppe der Antwerpener Manieristen zu. Dieser Meister zeichnete sich in zahlreichen damals hochgeschätzten Kunstgattungen aus, darunter Radierung, Bildhauerei, Bühnenbild, Glasmalerei sowie Entwürfe für Wandteppiche und Schmuck. Daneben schuf er ein umfangreiches malerisches Werk. Seine originellen, dynamischen und farbenprächtigen Kompositionen, insbesondere für Altarreta- bel, erfreuten sich bei wohlhabenden und angesehenen Auftrag- gebern grosser Beliebtheit. 1533 reiste Coecke van Aelst nach Konstantinopel und arbeitete für Süleyman I. (1494/96–1566). Dort produzierte er zahlreiche Zeichnungen, die als Vorlage für Stiche dienten und 1553 von seiner Witwe veröffentlicht wurden. Ein Vergleichswerk mit demselben Thema von Coecke van Aelst befindet sich heute im Musée des Beaux-Arts in Valenciennes (Inv.-Nr. P.46.1.269; siehe Georges Marlier: Pieter Coecke d‘Aelst, 1966, S. 156, Nr. 91). Im Unterschied zu diesem Gemälde, das die Szene vor einer idealisierten Landschaft mit Ruinen zeigt, entfaltet sich die Darstellung im hier angebotenen Werk vor einer monu- mentalen architektonischen Kulisse. Eine ähnliche Komposition mit vergleichbaren Elementen in der Renaissance-Architektur ist im RKD (Den Haag) unter der Inventarnummer 38545 dokumen- tiert. Pieter Coecke van Aelst unternahm zwischen 1521 und 1525 eine Reise nach Italien, auf der er die Meisterwerke der Antike und der italienischen Renaissance skizzieren konnte. Auf der Rückseite des Werkes wird durch ein historisches Doku- ment auf die aussergewöhnliche Provenienz dieses Altars hin- gewiesen. Im Laufe der Jahrhunderte dürfte das Stück von einer angesehenen niederländischen Adels- und Aristokratenfamilie zur nächsten übergegangen sein, etwa von den Häusern Egmond und Van Hoogwoude. Die Wappen dieser Familien sind auf der Rückseite der Altarflügel dargestellt. CHF 50 000/70 000 (€ 54 350/76 090) Triptychon im geschlossenen Zustand

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