GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026

26 3017* CHRISTOFFEL VAN DEN BERGHE (tätig in Middelburg um 1617– nach 1628) Winterlandschaft mit Eisvergnügen. Öl auf Holz. 34,6 × 59,8 cm. Provenienz: - Sammlung Hoogendyck, Amsterdam. - Auktion Frederik Muller, 28.–29.4.1908, Los 134 (als Esaias van de Velde). - Schweizer Privatbesitz. - Auktion Artcurial Beurret Bailly Widmer, Basel, 2.4.2025, Los 214 (als Holländische Schule, 17. Jh.). - Europäische Sammlung. Literatur: George S. Keyes: Esaias van de Velde 1587–1630, Doornspijk, 1984, S. 201, Kat.-Nr. REJ.47. Mit einer wissenschaftlichen Analyse von Dr. Jaco Rutgers, 15.5.2026. Diese jüngste Entdeckung aus einer Schweizer Privatsamm- lung ist ein charakteristisches Bespiel für die Meisterschaft des in Middelburg tätigen Malers Christoffel van den Berghe. Es handelt sich dabei um eine besondere Rarität, denn Winter- landschaften finden sich äusserst selten imOeuvre des Malers, der sich vorwiegend auf Stillleben und Sommerlandschaften spezialisierte. Ab 1619 ist Van den Berghe in der Sankt Lukasgilde in Middel- burg verzeichnet, wo er die gesamte Zeit seiner künstlerischen Tätigkeit verbrachte. Künstlerisch prägend für seine Land- schaften waren vor allem die Arbeiten seiner Zeitgenossen wie Adriaen van de Venne (1589–1662), Jan Brueghel d. Ä (1568– 1625) und Hendrik Averkamp (1585–1634). Diese hier präsentierte figurenreiche und in einen silbrig schim- mernden Farbton eingetauchte Darstellung lädt den Betrachter ein, auf dem zugefrorenen Gewässer vor einer Stadtsilhouette den von einem Pferd gezogenen Schlitten zu besteigen und in die Weite der kühlen winterlichen Landschaft einzutauchen. Prächtig gekleidete Personen mit Halskrägen, Federhüten und teilweise Masken zum Schutz gegen die Kälte beleben die Sze- nerie. Aber auch einfacher gekleidete Personen finden sich bei alltäglichen Tätigkeiten und Belustigungen, wie dem Kolfspiel. Zwei mit CVB monogrammierte Winterlandschaften im Mau- ritshuis Den Haag (Inv.-Nr. 671) und imMuseumMayer van den Bergh (Inv.-Nr. MMB.0117) lassen sich stilistisch mit dieser Ar- beit vergleichen und bestätigen die Autorschaft. Die Pinselfüh- rung, mit der die anmutig gekleideten Figuren im Vordergrund dargestellt sind, stammt zweifellos von derselben Hand. Die Komposition sowie das Format der Holztafel lassen beson- ders an Hendrik Averkamp denken, der als Pionier die Winter- landschaft als eigenständiges Genre prägte. Die atmosphärische Feinsinnigkeit, mit der Christoffel van den Berghe das hier vorgestellte Eisvergnügen gestaltet, ist beson- ders eindrücklich und bezeugen die Virtuosität des Meisters. CHF 120 000/180 000 (€ 130 430/195 650)

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