GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026
46 3026* BALTHASAR VAN DER AST (Middelburg um 1593–1657 Delft) Blumenstrauss in einer Wan-Li Vase und mit einer Eidechse. 162[...]. Öl auf Kupfer. Unten links signiert und datiert: B. Van deR Ast . fe 162[...]. 27,9 × 21,8 cm. Provenienz: - Sammlung Leonard Koester, London. - Auktion Christie‘s, London, 23.4.1993, Los 191. - Auktion Sotheby‘s, London, 29.10.1998, Los 47. - Privatsammlung, Schweiz. - Auktion Koller, Zürich, 27.03.2009, Los 3029. - Privatsammlung, Deutschland. - Auktion Hampel, München, 11.04.2013, Los 605. - Europäischer Privatbesitz. Ausstellungen: - London 1960, Leonard Koetser, Spring Exhibition, Kat. Nr. 7. - Lemgo 2017–2026, Dauerleihgabe Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. Dieses signierte und 1620 datierte farbenfrohe Blumenstillleben von Balthasar van der Ast war zuletzt als Leihgabe im Weserrenaissance Museum im nord- rhein-westfälischen Lemgo zu sehen. Es handelt sich dabei um ein Frühwerk, das in Utrecht entstanden ist, wo Van der Ast als Mitglied der Sankt Lukasgil- de dokumentiert ist. Nicht nur wurde sein Oeuvre von seinem Schwager und Lehrmeister Ambrosius Bosschaert d. Ä. (1573–1621) geprägt, ebenso bot diese Stadt ein inspirierendes kulturelles Umfeld, wo sich neben Roelant Savery (1576– 1639) auch die drei Söhne von Bosschaert d. Ä. niederliessen. So beweist van der Asts hohe Anzahl an Gemälde aus den 20er-Jahren, wie anregend Utrecht als neues Zentrum für die Stilllebenmalerei gewesen war. Der hier angebotene Blumenstrauss ist in diesen Zeitraum zu datieren und ge- hört zu einer Gruppe von ungefähr fünfzehn kleinformatigen Blumenstillleben, die in Wan-li Vasen präsentiert werden. Ein unserem Werk am nächsten kom- mendes signiertes Beispiel befindet sich in einer Privatsammlung in den USA (Öl auf Holz, 36,3 × 27,7 cm, siehe S. Segal: Flowers and Nature, Amsterdam 1990, S. 191, Abb. 35b). Beachtenswert ist dabei das aufwendige Dekor der Wan-li Va- sen, die von Exemplar zu Exemplar variiert und eine Vielfalt an Motiven darstellt. Angelehnt an den aufwendigen Blumenstillleben Bosschaerts, entwickelt van der Ast seine Malerei weiter, indem er durch ein reduziertes zarteres Kolorit und einer gewissen Leichtigkeit der Bouquets eine lebendige Atmosphäre schafft. Während sich sein Lehrmeister der naturgetreuen Wiedergabe seines Motivs widmete, erfüllte der junge Künstler seine Stillleben mit Intimität und Eleganz, denen er durch das Beiwerk Leben einhauchte. Nicht selten finden sich somit Schmetterlinge, Eidechsen oder andere Tiere in den Kompositionen eingebettet, wie auch das vorliegende Exemplar beweist. Durch diese herausragende Raffi- nesse avancierte Balthasar van der Ast zu einem der bedeutendsten Stillleben- maler der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, unter der Nummer 50548 archiviert. CHF 60 000/80 000 (€ 65 220/86 960)
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