GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026

78 3045* NICOLAES LACHTROPIUS (Amsterdam um 1630–1711 Alphen aan den Rijn) Blumenstrauss in einer Silbervase mit Schmetterling und Schnecke auf einer Marmortischplatte. Öl auf Leinwand. 67,4 × 54,9 cm. Provenienz: - Wohl Sammlung Ludwig Freiherr von Schacky (1849–1913), Schönfeld. - Wohl Auktion Lepke, Berlin, 10.3.1914, Los 47 (als Willem van Aelst). - Wohl Auktion Lepke, Berlin, 22.3.1917, Los 93 (als Willem van Aelst). - Auktion Julius Stern, Düsseldorf, 2.4.1932, Los 2 (als Willem van Aelst). - Sammlung Dagobert (1884–1937) und Martha David (1884–1942), Düsseldorf (als Willem van Aelst). - Von Martha David unter Zwang in Belgien verkauft um 1941 (als Willem van Aelst). - Dorotheum, Vienna, wo es für Hitlers Linzer Sammlung erworben wurde, 1944 (als Willem van Aelst). - Kunsthandel Pieter de Boer, Amsterdam, 1954–56 (als Willem van Aelst). - Auktion Galerie Charpentier, Paris, 9.12.1958, Los 32 (als Willem van Aelst). - Kunsthandel Brian Koetser, London, 1971 (verso mit Etikett) (als Willem van Aelst). - 2026: Verkauf gemäss einer Vergleichsvereinbarung mit den Erben von Dagobert und Martha David van Düsseldorf. Ausstellungen: Amsterdam 1954, Kunsthandel Pieter de Boer, 15.6.–15.9.1954. London 1971, Kunsthandel Brian Koetser, 5.4.–5.6.1971. Dieser prachtvolle Blumenstrauss in einer Silbervase wurde lange Willem van Aelst (1627–1683) zugeschrieben, da das Gemälde oben rechts eine später hinzugefügte Signatur des Amsterdamer Meisters sowie eine Datierung trug. Gemäss der Dokumentation des RKD, Den Haag, schrieb Dr. Fred G. Meijer das Gemälde 1989 Nicolaes Lachtropius zu (siehe RKD Images, Nr. 4678). Eine ähnliche Komposition dieses in Amster- dam, Leiden, Den Haag und Alphen aan den Rijn tätigen Künst- lers befand sich im Kunsthandel Johnny Van Haeften und zeigt vergleichbare Blumen, darunter Mohn, eine blaue Iris, eine Tul- pe und Rosen (siehe RKD Images, Nr. 292012). Nicolaes Lachtropius liess sich in der Tat von den Kompositio- nen Willem van Aelsts (1627–1683) inspirieren, insbesondere von dessen dynamisch aufgebauten Blumenstillleben mit auf einem Marmortisch arrangierten Blumensträussen vor einer gefalteten Draperie aus kostbarem Stoff. Ein entsprechendes Vergleichswerk von Willem van Aelst befindet sich heute im Staatlichen Museum Schwerin (Öl auf Leinwand, 73 × 57 cm, Inv.-Nr. G 451; RKD Images, Nr. 191629). Lachtropius war zwi- schen 1656 und 1668 in Amsterdam tätig und hatte dort Gele- genheit, die Werke Willem van Aelsts sowie Otto Marseus van Schriecks (um 1621–1678) zu studieren. Als einer der bedeu- tendsten Nachfolger des Letzteren übernahm er zahlreiche Motive und Kompositionsprinzipien in sein eigenes Schaffen. CHF 30 000/40 000 (€ 32 610/43 480)

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