GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026
84 3048* SEBASTIAN STOSKOPFF (Strassburg 1597–1657 Idstein) Stillleben mit Spanschachtel, Zitrusfrüchten und Blumen. Öl auf Leinwand. 41,5 × 57,5 cm. Gutachten: Dr. Birgit Hahn-Woernle, 27.4.2016. Provenienz: - Auktion Hampel Fine Art, München, 28.3.2019, Los 1096. - Europäischer Privatbesitz. Dieses Gemälde ist ein typisches Werk von Sebastian Stoskopff, dessen schlichte, stille und präzise Kompositionen eine moderne und zeitlose Wirkung entfalten. Der 1597 in Strassburg geborene Maler war zwischen 1615 und 1619 Schüler von Daniel Soreau (1554–1619) in Hanau, bevor er nach dessen Tod die Werkstatt übernahm (siehe Gerhard Bott: „Sebastian Stoskopffs Lehrzeit in Hanau am Main 1615–1621“, in: Ausst.-Kat. Sebastian Stoskopff 1597–1657. Ein Meister des Stillebens, Strassburg/Aachen 1997, S. 60–75). In den 1620er- und 1630er-Jahren ist der Künstler in Paris und Venedig sowie 1633 in Troyes dokumentiert. Ab 1640 war er wie- der in seiner Heimatstadt Strassburg tätig und gegen Ende sei- nes Lebens wirkte er als Hofmaler des protestantischen Grafen Johann von Nassau-Idstein (1603–1677). Seine Virtuosität zeigt sich insbesondere in der differenzierten Wiedergabe verschie- denster Oberflächen, etwa der Fruchtschalen oder der hölzernen Spanschachtel. Gemäss Dr. Birgit Hahn-Woernle, die das Gemäl- de imOriginal begutachtet hat, entstand das vorliegende Werk um 1630, als sich der Künstler in Paris aufhielt. Während seiner Pariser Jahre genoss Stoskopff hohes Ansehen. Werke seiner Hand sind in den Inventaren von mindestens sechs Pariser Sammlern aus gehobenen gesellschaftlichen Kreisen nachgewiesen (siehe Birgit Hahn-Woernle: Sebastian Stoskopff, Berlin 1996, S. 16). Aus dieser Schaffensphase sind mehrere Gemälde mit ähnlich reduzierten Kompositionen überliefert, in denen eine Spanschachtel als zentrales Motiv erscheint, darun- ter „Spanschachtel und Nautilus“ (deutscher Privatbesitz) sowie „Schrankbild mit Trinkgeschirr und Spanschachteln“ (Pariser Pri- vatbesitz) (siehe Birgit Hahn-Woernle, ebenda, S. 152, Kat.-Nr. 23, und S. 156, Kat.-Nr. 25). CHF 30 000/50 000 (€ 32 610/54 350)
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