GEMÄLDE ALTER MEISTER 18. SEPTEMBER 2026

98 3056* CHARLES WAUTIER (Mons um 1609–1703 Brüssel) Allegorie der Weisheit. 1678. Öl auf Leinwand. Unten links signiert, datiert und bezeichnet: ... Sapientia fulget / inyerijs; tenebris latet Ignoratia vibs. / CARLVS WAVTIER . FECIT / 1678. 59 × 78,7 cm. Provenienz: - Sammlung Otto G. Mayer-Schöllkopf, Stuttgart. - Auktion München, 6.12.1926, Los 104. - Privatbesitz, Athen, seit 1960. - Auktion Christie‘s, Paris, 14.6.2024, Los 119. - Europäische Sammlung. Literatur: Anne Delvingt und Pierre-Yves Kairis: „Charles Wautier Status questionis“, in: Ausst.-Kat. Michaelina Wautier, hrsg. von Gerlinde Gruber, Katlijne Van der Stighelen und Julien Domercq, Stuttgart 2005, S. 85–87, Abb. 65. Über die Anfänge des in Mons geborenen Charles Wautier ist wenig bekannt. Wahrscheinlich studierte er im Ausland und war in Brüssel als Porträtist und Historienmaler tätig. Dabei liess er sich wahrscheinlich von Theodoor van Loon (1581–1649) inspirieren. Wie die Ausstellung zu Charles Schwester, Michaelina Wautier (1614–1689) im Kunst- historischen Museum Wien und in der Royal Academy of Arts in London in diesem und letzten Jahr gezeigt hat, waren beide bedeutende Künstler des 17. Jahrhunderts. Wie Anne Delvingt und Pierre-Yves Kairis erklären, emp- fängt in der Mitte der Darstellung ein antiker Fürst, wie Alexander der Grosse, von der Tugend auf der rechten Seite einen Lorbeerkranz. Diese ist die Personifikation von Reinheit und Redlichkeit und ihr rechter Fuss ruht dabei auf einer Person mit Schlangenhaaren, die das Laster verkörpert. Die beiden bärtigen Männer in Togen links sind Philosophen, die das Wissen repräsentieren. Im Hintergrund sind zwei weitere Figuren beim Musizieren zu sehen, ein typisches Motiv triumphaler Ikonografie. Im Hintergrund marschiert auch Herkules, der als Sinnbild der Stärke dargestellt ist. Die isolierte, mürrisch dreinbli- ckende Figur mit Eselsohren rechts vertritt die Unwissen- heit. CHF 10 000/15 000 (€ 10 870/16 300)

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