BÜCHER & AUTOGRAPHEN 16. SEPTEMBER 2026

4224 Hugo, Victor, Schriftsteller (1802-1885). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift und eigenhändig be- schriftete Visitenkarte mit seinen Initialen.[Guernsey], 22. April [1872?]. Brief 8° (21 × 13 cm). 1 S. auf Doppelblatt. Auf der Visitenkarte des Dichters, Schriftstellers und Journalisten Raoul Lafagette bittet Hugo um ein Treffen. Er spricht Lafagette als "cher poete" an. Der kurze Brief beginnt mit einem ähnlichen Kompliment und ist möglichweise an denselben gerichtet: "Vous êtes une vraie âme de poesie." Auch hier regt Hugo ein Treffen an. Beiliegend kleines Couvert mit Hugos Initialen in Rötelstift. - Etwas gebräunt und fleckig.- Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 200/1 800 (€ 1 300/1 960) 4225 Lessing, Theodor, Philosoph und Publizist (1872-1933). Sammlung von 6 eigenh. und 3 maschinenschr. Briefen sowie 9 eigenh. Postkarten mit Unterschrift. Ferner ein eigenh. Exposé für seinen Essay "Hindenburg".Hannover u.a., 1925-1931. Jeweils an seinen Verleger Max Schmidt vom Verlag Hapke und Schmidt in Berlin, wo Lessing 1925 seinen "Hindenburg" erschei- nen liess. Vorausgegangen war ein kritischer Artikel Lessings über Hindenburg im Prager Tageblatt vor der Reichspräsiden- tenwahl dieses Jahres, der zu scharfen Protesten in der natio- nalistischen Studentenschaft an Lessings Universität Hannover geführt hatte. Lessing legte mit dem bei Hapke und Schmidt pub- lizierten Essay nach und versuchte, seine Position (und sein Amt als Professor an der Universität) zu behaupten. Die vorliegenden Briefe liefern den Hintergrund zu dieser Publikation und enthal- ten auch ein einseitiges Exposé Lessings mit einer "charaktero- logischen Skizze" zum Reichspräsidenten. Der Briefkontakt blieb danach bestehen, auch nachdem Schmidt 1927 seinen Verlag aufgegeben hatte und nach Brissago ausgewandert war. - Beilie- gend eine eigenh. Postkarte des Publizisten Maximilian Harden (1861-1927) an Lessing, der das Vorwort zum Hindenburg-Essay schreiben sollte (25.6.1925). Lessing, von den Nationalsozialis- ten seit dieser Zeit mit Hass verfolgt, wurde am 30. August 1933 in seinem Exil in Marienbad von einem SA-Mordkommando er- schossen. Er gilt als eines der frühesten Nazi-Opfer ausserhalb Deutschlands. Das vorliegende Konvolut enthält schliesslich eine gedruckte Trauerkarte mit rückseitigem eigenh. Schreiben von Lessings Witwe Ada an Schmidt (Prag, 23.9.1933). Mit gelau- fenem Kuvert. - Teils mit leichten Lagerspuren, insgesamt wohl- erhalten. CHF 1 000/1 500 (€ 1 090/1 630) 4223 4225 | 105

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