WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 17. SEPTEMBER 2026
1303 MONUMENTALES BRETTIDOL Frühzyprisch, wohl spätes 3. Jt. v. Chr. Kalkstein mit durchgehenden Löchern als Augen. Rechteckige, leicht geschwungene, flache Stele mit gerundeten Ecken und abstehenden, seitlichen Fortsätzen als Andeutung von Armen. 61 × 19 cm. Versinterungen. Reparierte Brüche. Kratzer und Abplatzer an der Oberfläche, mit späterem Sockel. Provenienz: - Auktion Sotheby's London, 14.7.1975, Lot 216. - durch Erbschaft in Schweizer Privatbesitz. Ausstellung: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, 25.10–10.10.1976, Nr. 571. Literatur: Jürgen Thimme: Kunst und Kultur der Kykladenin- seln im 3. Jahrtausend v. Chr. Badisches Landes- museum Karlsruhe. 25.10–10.10.1976, Nr. 571. Dieses einzigartige, von minimalistischer Einfach- heit geprägte sogenannte Brettidol erinnert an die späteren frühzyprischen Idole aus Ton. Während bei den späteren Tonidolen geritzte und plastisch ausgearbeitete Körpermerkmale, physiognomische Elemente sowie der Einsatz von Polychromie auf an- thropomorphe bzw. zoomorphe Wesen verweisen, ist die Gestaltung des vorliegenden Exponats auf das Wesentliche reduziert: Lediglich die konischen, durchgehenden Löcher und die abstehenden, stum- melartigen Fortsätze indizieren ein stark stilisiertes humanoides Wesen. Jürgen Thimme hebt im Katalog zur Ausstellung im Badischen Landesmuseum Kar- lsruhe (1976) die Rarität und Einzigartigkeit unseres Idols hervor und kann dementsprechend keine rele- vanten Vergleichsbeispiele anführen. Entsprechend verzichtet er auf eine genauere zeitliche Einordnung. Sotheby's hingegen datierte das Brettidol im Aukti- onskatalog von 1975 in die Zeit zwischen 2000 und 1800 v. Chr. CHF 10 000/15 000 (€ 10 870/16 300)
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