FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
Austausch mit P. Ducret, für eine Zuschreibung nach Fulda plä diert, vor allem auch, weil die Freiherren von der Tann zu den be deutenden Fuldaer Adelsgeschlechtern zählten und im 18. Jahr hundert den Hofmarschall am fürstbischöflichen Hof stellten. Die folgenden Vergleichsmodelle untermauerten Ducrets Zu schreibung nach Fulda: Sammlung Pflueger New York (Morley Fletcher II 1993, S. 154); Museum Frankfurt (Ausst.-Kat. Frankfurt 1963, S. 19); Museum Schloss Höchstädt (Inv.-Nr. HöS.K0019), heute Durlach zugeschrieben. Das Fuldische Archiv der Fayencemanufaktur fiel im 19. Jh. ei ner Zerstörung zum Opfer, was mit mehrmaligem Regierungs wechsel in Zusammenhang stand, und zur Folge hatte, dass nur wenige Jahrgänge der Rechnungsbände der Fayencefabrik erhalten geblieben sind, eine archivalische Nachforschung weist demnach gewissen Hürden auf. Der Band aus dem Jahr 1750 hat sich offenbar jedoch erhalten. Eine Schildkröte wurde in dem Formenrepertoire von Fulda auf jeden Fall geführt, wie die figür liche Produktion aus diesem Jahr bestätigt: für einen "fremden Mann aus dem Hannoverschen wurden u.a. 1 Schilkrot" und für einen Hofrat von Münster aus Fulda 2 Schillkroten im Produk tionsarchiv gelistet. Interessant damals die Erwähnung eines "grossen extra feinen Theetisches" für den Geheimrat von und zu der Tann – dem ersten Besitzer der Ducret’schen Schildkröte (ar chivalische Angaben aus der Korrespondenz Peter Ducrets mit Ernst Kramer aus Fulda von 1977). In einem naheliegenden Vergleich mit den Schrezheimer Mo dellen erkennt man starke Gemeinsamkeiten. Oft wurden diese Modelle auch gemarkt: Landesmuseum Württemberg Stuttgart (Nagel, Nr. 307); Bayerisches Nationalmuseum München (Inv. Nr.34/540 a-b); Antiquités Ségal Basel (Ducret 1962, Nr. 177); Fischer-Böhler München (Schloss Jegenstorf Ausstellung 1952, Abb. 7); Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (Augenlust und Gaumenfreude 1998, Nr. 21, ungemarkt). CHF 5 000/7 000 (€ 5 430/7 610)
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