FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
1160 BREITRANDTELLER MIT FAMILIENWAPPEN ULRICH Winterthur, datiert 1682. Fayence, hellgrau glasiert und bemalt mit Scharffeuerfarben. Im Spiegel ein Wappen, längsgeteilt mit drei Sternen, darüber ein Helm und Knabe, zwei Sterne in den Händen haltend. Flankiert von Initialen RU und Datum 1682. Auf der Fahne eine Weinrispe, eine Birne, ein Granatapfel und zwei Pflaumen. Ohne Marke. Ø 34 cm. Für die Entstehungszeit 1682 kommen, gemäss einem schriftlichen Austausch zwischen Peter Ducret und Conrad Ulrich (1926–2020) zwei Rudolf Ulrich als Auftraggeber in Frage: ein Goldschmied (1629–1688) und ein Gerichtsherr zu Flaach (1651–1731). CHF 800/1 500 (€ 870/1 630) 1161 PAAR BREITRANDTELLER Winterthur, um 1675–90. Fayence, hellgrau glasiert und bemalt mit Scharffeuerfarben. Im Spiegel eine Landschaft mit gefrorenem Gewässer und Schlitt schuhläufern im Hintergrund und vorne links drei Personen vor einer Metzgerszene; im Hintergrund eine Landschaft mit Bergen und Gewässer und im Vordergrund Personen bei der Weinernte. Wohl Allegorie des Winters und des Herbsts, aus einer Serie der Jahreszeiten. Ohne Marken. Ø 33,5 cm; 34 cm. Herbst: restauriert. Literatur: Rudolf Schnyder, "Die Hafnerwerkstatt Josef Keiser", in: KFS, 109/110, 1997, S. 84, Nr. 5.11. und 5.12 (mit Abb.). Die Darstellung Herbst erinnert an graphische Vorlagen von Con rad Meyer kombiniert aus "9. Herbstmonat" und "10. Weinmonat". Die beiden Exemplare waren Bestandteil des Museums in der Burg Zug, Archiv Keiser. Schnyder geht in seinem Artikel auf Josef Keiser und seine Hafner-Werkstatt ein, wobei diese Teller auch der Werkstatt Keiser Zug zugeschrieben und um 1910/20 datiert werden. Gemäss Peter Ducret handelt es sich jedoch um Win terthurer Stücke, welche Keiser wohl als Vorbilder seiner Produk tion gedient haben sollen. Der Vergleich mit einem Winterthurer Ofen aus dem "Burghof" (um 1703–1705), bei welchem auf Fries kacheln die 12 Monate nach Stichvorlagen von Conrad Meyer und Matthäus Merian dargestellt sind, unterstützt die Zuschrei bung an Winterthur (Margrit Früh, "Heimgekehrt: Der Winterthu rer Kachelofen aus dem "Burghof" in Zürich", in: KFS, Nr. 138, April 2024, S. 132-135, Abb. 27, 28). Auch die unregelmässige Glasur, die Spuren von Nadelstichen sowie die typische Aufhängeöse stärken diesen Befund. CHF 1 600/3 000 (€ 1 740/3 260) 146 |
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2