FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
1213 TABATIÈRE Wien, um 1747–50, Bemalung Carl Anreiter von Zirnfeld zuge schrieben. Email mit Silbermontierung. Mit Emailfarbendekor. Darstellung einer Türkenparade vor orientalischen Stadtprospekten in Sepia, auf der Unterseite ein berittener osmanischer Krieger. Auf der Innenseite bemalt in Sepia mit Ansicht einer Kirchenanlage mit einem ligierten CA Monogramm links unten. 8,5 × 5 × 3,5 cm. Risse im Email. Monogramm sowie Stil der Bemalung weisen auf den Wiener Hausmaler Carl Anreiter. Vergleichende Literatur: Pazaurek 1924 (1971), S. 238, Abb. 207-209, J. Hayward, si gned Enamels by C.A. von Zirnfeld, in: KFS Nr. 17, S. 11; R. Just, Die Porzellanmaler Anreiter, in KFS Nr. 40, S. 23f; R. Just, Nachtrag, KFS Nr. 41, S. 13 mit Stammbaum zu Anreiter. Gemäss Literatur ist das Monogramm sowohl dem Vater Johann Karl Wendelin von Anreiter zu Zirnfeld (1702–1747) als auch einem seiner Söh ne zuzuschreiben. Rudolf Just erklärte die Emaildo sen als Heinrich Johann Karl Anreiters Arbeiten, der mit dem Vater 1747 aus Doccia nach Wien zurückkehrte. Die zwei von Hayward publizierten Emaildosen stimmen in der Malerei mit dieser Dose überein, besonders charakteristisch sind die Pferdeköpfe und die schwarzen Augen, so Peter Ducret in seiner Dokumentation. CHF 700/800 (€ 760/870) 1214 TABATIÈRE Berlin, um 1760, der Werkstatt Alexander Fromery (1695–1775) zugeschrieben. Email mit vergoldeter Kupfermontierung. Recht eckige Form. Mit applizierten Goldplaketten mit Reliefdekor über polychromen Landschaftsinseln. 7,7 × 4,4 × 3,9 cm. Die Zuschreibung erfolgt aufgrund des aufge legten Golddekors, der charakteristisch für die Fromery-Werkstatt ist. Die Bemalung könnte von Christian Friedrich Herold (1700–79) stammen, der neben seiner Tätigkeit in der Meissener Ma nufaktur seit 1726, als "Feierabendarbeit" zwi schen 1739–63 Dosen für Fromery bemalte. CHF 1 000/1 500 (€ 1 090/1 630) | 183
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2