FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026

königlichen Höfen war, nicht nur für Verschaffelt sondern vielen weiteren Künstlern als zeitgenössisches Vorbild. "Clara" ist in der Malerei, auf Kupferstichen und als Keramikform verkörpert und somit das am häufigsten dargestellte Nashorn in der Kunstge­ schichte. Das Frankenthaler Nashorn ist in der Münchner Resi­ denz zu sehen (Raumbuch des Münchner Residenzmuseums S. 76, sowie Webseite). Zwei weitere Fayence Modelle, welche dem Modell von Ver­ schaffelt folgen und von Deck's Lehrmeister Joseph Hugelin stammen weisen einen zusätzlichen Vasendeckel in Form eines Affen (datiert 1867, bei Antiquités Jacques Bastian) resp. eines Putto auf (bei Hubert Brissonneau). Vgl. Deck's Ausführung oder eine Art Prototyp des Rhinoze­ ros-Modells in weisser Fayence mit Resten einer Silberglasur in der Auktion Millon 25.11.2021, Lot 86. CHF 2 000/3 000 (€ 2 170/3 260) 1234 THÉODORE DECK (Guebwiller 1823–1891 Paris), nach einem Modell von Peter Anton von Verschaffelt (1710–1793) Fayence-Vase in Rhinozeros-Form mit braun-grüner Glasur. Plastisch geformt, der Sattel mit reliefierten afrikanischen Busten, übergehend in Baldachin-Vase mit Rocaillendekor und runder Kartusche gerahmt von Girlanden, auf profiliertem Volutensockel. Unten mit zwei Manufakturstempeln TH. DECK. Ehemals mit Elektrifizierung. 38,5 × 28 × 45 cm. Restauriert. Kleiner Ausbruch. Vgl. das naturalistisch gestaltete Nashorn der Porzellanmanufak­ tur Frankenthal mit Pariser Uhrwerk, 1765–70. Das Modell von Peter Anton von Verschaffelt (1710–1793) widerspiegelt die da­ malige Faszination für die exotischen Lebenswelten des fernen Orients, welche u.a. mit lebenden Spezies nah- und erfahrbar ge­ macht wurde. So diente wohl das Nashorn "Clara" (1738–1758), welches mit seinem Besitzer Douwe Jansz Mout van der Meer zwischen 1741–58 auf Europa-Tournee in grossen Städten und | 195

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