FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
Ein Leben für die Fayence In der vorliegenden Auktion wird eine Sammlung angeboten, die weit mehr ist als die Summe ihrer Objekte. Sie spiegelt die Leidenschaft, die Neugier und die jahrzehntelange Hingabe wider, mit der sich mein Vater als Sammler, Forscher und grosser Kenner der Keramik einen renommierten Namen gemacht hat. Als Sohn des Sammlerehepaars Reine-Joséphine und Dr. med. h.c. Siegfried Ducret kamen seine Schwester Rosemarie und er früh schon mit Kunst und Kunstsammlungen in Berührung und seine Eltern unterstützten seine Sammelleiden- schaft. Insbesondere seine kunstaffine und künstlerisch begabte Mutter erkannte und förderte sein Interesse bereits in jungen Jahren und ermutigte ihn, seiner Neugier und seinem Interesse für Kunst und Kultur zu folgen. Seine ersten Samm- lungen - noch als Kind und dann als Jugendlicher - bestanden aus Muscheln, Schnecken, Versteinerungen und anderen Naturalien. Diese Verbindung von wissenschaftlicher Neugier, Sammelleidenschaft und Sinn für das Besondere sollte ihn sein ganzes Leben lang begleiten. Seine besondere Aufmerksamkeit und Liebe galt schon früh den Fayencen des 18. Jahrhunderts. Das Sammeln von Fay- encen stellte zugleich die Fortsetzung aber auch eine bewusste Neuorientierung zum Sammelgebiet seines Vaters dar, der als fundierter Porzellankenner und Sammler galt. Der Entscheid, in erster Linie Fayencen zu sammeln, ermöglichte es ihm, einen eigenen Weg als Sammler zu beschreiten und ein neues Gebiet zu erforschen. Die Vielseitigkeit der Fayencen, die grosse Vielfalt ihrer Formen und Bemalungen, die kunstvollen Trompe-l’Œil, die Haptik der Materie und das Handwerk per se faszinierten ihn. Fachleute sowie Sammlerinnen und Sammler aus aller Welt suchten den Austausch mit ihm. Sein profundes Wissen und sein geschultes Auge genossen hohes Ansehen und sein wissenschaftlicher Rat war international gefragt. Keramikexper- ten bedeutender Auktionshäuser, darunter Tim Clarke und Hugo Morley – Fletcher von Sotheby’s und Christie’s waren re- gelmässig zu Besuch. Eng war auch der Kontakt zum Direktor des Grünen Gewölbes In Dresden, Dr. JoachimMenzhausen, zu Dr. Rainer Rückert vom Bayrischen Nationalmuseum in München sowie zu Dr. Yvonne Hackenbroch vom Metropolitan Museum in New York. Darüber hinaus bestand ein reger fachlicher und persönlicher Austausch mit den alteingesessenen Basler Antiquitä- tenhändlernMarcel und Dr. Georges Ségal, Edward Pflueger in New York, Ernst Kramer aus Fulda, Prof. Dr. Rudolf Schnyder und Dr. Hans-Peter Lanz vom Landesmuseum Zürich oder Paul Schnyder von Wartensee, um nur einige zu nennen. Eine enge Bindung pflegte er bis zu seinem Lebensende mit Dr. Jacques Bastian aus Strasbourg und René Simmermacher aus Staufen. Auch die langjährigen Freundschaften mit Schweizer Sammlern wie Annemarie und Christoph Hofmann-Frey, Roswitha und Martin Meyer-Werthemann, Ursula und Paul Müller-Frei, Friederike und René Felber-Dätwyler, später dann auch mit Franz Bösch und Dr. Anderas Heege prägten sein privates Leben über viele Jahre. Die zahlreichen gemeinsamen Reisen, unter anderem mit den Keramikfreunden der Schweiz und den Deutschen Keramikfreunden, gehörten über viele Jahre hinweg zu den festen Bestandteilen seines Reiseprogramms. Viele erinnern sich an anregende Besuche, bei denen nicht nur die Objekte selbst imMittelpunkt standen, sondern ebenso die Geschichten, die sich mit ihnen verbanden. Mit großer Gastfreundschaft, Humor und Begeisterung öffnete Peter seine Sammlung für Freunde, Kollegen und Interessierte. Das Haus in Kilchberg war über Jahrzehnte nicht nur ein Ort der Bewah- rung, sondern auch der Begegnung, des Gesprächs und der gemeinsamen Entdeckung und jeder, der sich für Keramik, Fayencen oder seine Sammlung interessierte, war dort willkommen und es bereitete ihm Freude, sein Wissen großzügig weiterzugeben. "Der wahre Sammler besitzt die Dinge nicht; er bewahrt sie für die Zukunft" Walter Benjamin 2 |
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