FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026

1061 PORTE MONTRE Hanau, um 1749–56, zugeschrieben. Fayence mit Muffelfarbendekor. Rokokoform mit Rocaillereliefs, poylchrom staffiert und mit Blu- menmalerei. Ohne Marke. H 24,2 cm. Restauriert. Provenienz: Auktion Stuker Bern, 25.11.1993, Lot 5237. Literatur: Jacobien Ressing-Wolfert, "Christian Gottlieb Kuntze in de Arnhems Fabrique", in: Vormen uit Vuur, 2007. S. 47, Nr. 6. Die Frage nach einer stilistischen Einordung führt zu Christian Gottlieb Kuntze (1736–1810), der sei- ne Laufbahn zunächst in der Höchster Fayence- manufaktur um 1746 beginnt, zur gleichen Zeit wie die erfahrenen Maler C.W. Löwenfinck und J. P. Dannhöfer. CHF 800/1 500 (€ 870/1 630) Hanau - die älteste deutsche Fayencefabrik (1661–1806) Trotz steigendem Zuzug flüchtender Niederländer reformierten Glaubens nach Frankfurt im 16. Jh. und dem Beschluss des Ra- tes, keine Fremden mehr aufzunehmen, baten Daniel Behaghel und sein Schwager Jacobus van der Walle aus Holland 1661 in Frankfurt und Hanau um das Privileg zur Gründung einer "Porcelain-Backerey". Graf Friedrich Casimir von Hanau reagierte als Erster, so dass in Hanau die erste deutsche Fayencemanufaktur gegründet wurde. Mit der Leitung wurde der ebenfalls aus den Niederlanden stammende Johannes Bally betraut. Typische Produktionen aus der Frühzeit sind die stark an holländisches Delft angelehnte Keramiken in Blaudekor nach asiati- schen Vorbildern. Es erfolgen diverse Besitzerwechsel, bis 1727 schliesslich Heinrich Simons von Alphen alle Anteile an der Fabrik erwirbt und Alleinbesitzer wird. Die Manufaktur blüht ab 1740 unter der Leitung seines Sohnes Hieronymus zum zweiten Mal auf. Erst nach dessen Tod 1775 gingen die Produktion und die Qualitäten der Fayencen stark zurück. 1806 schliesst die Manufaktur. 62 |

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