FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026

1066 TELLER Nürnberg, um 1750–63. Bemalung Georg Friedrich Kordenbusch. Fayence mit Scharffeuerfarben. Passig geschweifte Form bemalt mit einem dezentralen Blumenbouquet mit Rosen und Passionsblume zwischen drei verstreuten blühenden Zweigen auf der Fahne. Gemarkt in Mangan N3./K:. Ø 25,5 cm. Die Bemalung mit der seltenen aus Südamerika stammenden Passionsblume, vielleicht eine der frühesten Darstellungen in Die Fayencemanufaktur Nürnberg (1712–1840) 1712 wird von drei Nürnberger Kaufleuten und Krughändlern Christoph Marx (Zinngiesser), Heinrich Gottfried Hemmon (durch seinen Vormund) und Johann Conrad Romedius eine Fayencemanufaktur gegründet, die bis 1787 im Besitz der Familie Marx blieb. Schnell entwickelte sich die Manufaktur zu einem wichtigen Zentrum süddeutscher Fayenceproduktion. Es sind vor allem Krüge in Scharffeuerbemalung, die man mit dieser Manufaktur in Verbindung bringt. Zu den bekanntesten Malern gehören Georg Friedrich Grebner (1715–1731), der im Anschluss nach Bayreuth ging, Justus Alexander Ernst Glüer (1719–1737), Valentin Bontemps (1727–1737), Andreas Kordenbusch (1723–1754) und Georg Kordenbusch (1741–1763). Darüber hinaus entstanden in Nürnberg meisterhafte Hausmalerarbeiten in Muffelfarben auch bereits in der Zeit vor Gründung der Manufaktur, insbesondere auf Frankfurter und Hanauer Weissware, z.B. von Hermann Benckert (in Nürnberg 1677–1681), Wolfgang Rössler (um 1655–1717) und Abraham Helmhack (1656–1724), um nur einige zu nennen. Nach Gründung der Manufaktur benutzten die Hausmaler vornehmlich Nürnberger Ware, so M. Schmid (tätig um 1720–30). Europa, so Peter Ducret's Annahme. Die Farbpalette entspricht derselben von Kordenbusch bemalten galanten Darstellung, s. Lot 1067. Stücke gemarkt K:. werden Georg Kordenbusch per- sönlich zugeschrieben (Klein 1975 , S. 169). CHF 700/900 (€ 760/980) 66 |

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