FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
1077 SELTENER TELLER MIT GALANTER SZENE Crailsheim, um 1757. Die Bemalung Johann Heinrich Klug zugeschrieben. Fayence mit Muffelfarbendekor und Vergoldung. Sechspassig geschweifte Form, bemalt mit einer galanten Schäferszene, begleitet von einem orientalischen Mundschenk auf einem Geländestreifen mit grüner Bewaldung und Rocaillekonsole in Gold. Drei blühende Zweige auf der Fahne und Goldlinien bordüre. Ohne Marke. Ø 24 cm. Provenienz: Antiquariat Christian Bonnin, Beziers, 1988. Literatur: Peter Ducret, "Johann Heinrich Klug - Fayencemaler in Crails- heim und Lenzburg", in: KFS 131/2017, S.12. Die überaus feine Szene schrieb Ducret Johann Heinrich Klug zu, der 1757 in den evangelischen Kirchbüchern Crailsheims als "all- hiesiger Porcellan Mahler aus Bayreuth" genannt wird. Farben und Details in der Bemalung sowie im Inkarnat der Fi- guren, hatte er überzeugend einer von den Gebrüdern Klug signierten Bildplatte mit Jagdszenen aus der schweizerischen Hünerwadel Manufaktur (1763–65) in Lenzburg gegenüber- gestellt (Schweiz. Nationalmuseum Zürich, Inv. DIG37920-HA 4022); nur wenige Fayencen Hünerwadels sind überliefert, die sich zum grossen Teil im Besitz Peter Ducrets befanden. Die Crailsheimer Manufaktur war vor allem durch Fayencen mit Scharffeuerfarben bekannt, es war jedoch die vielfarbige Auf- glasurmalerei, die gerade während der Schaffenszeit Johann Heinrich Klugs in Crailsheim (1755–60) durch ausserordentliche Qualität herausstach (ebd. S. 12). CHF 2 000/3 000 (€ 2 170/3 260) | 75
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2