FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
Künersberger Fayencen mit Jagddekor. Drei datierte Walzenkrüge Die Fayencemanufaktur Künersberg, 1745 durch den Memminger Kaufmann und Bankier Jakob von Küner auf seinem gleichnamigen Landgut nahe der freien Reichsstadt Memmingen errichtet, zählt zu den bedeutendsten süddeutschen Fayence Manufakturen des 18. Jahrhunderts. Anfänglich, unter der Leitung von Johann Georg Conradi (1745–1751), orientierte sich die Produktion der Manufaktur an Straßburger Vorbildern in Blaumalerei. Unter der Ägide von Johann Valentin Bontemps (1751–1766) vollzog sich ein grundlegender Wandel der Gestaltung hin zu polychromem Dekor in künstlerisch hochwertiger Muffelmalerei. Als Inspi ration für die Jagddekore dienten Stiche des Augsburger Kupferstechers Johann Elias Ridinger (1698 –1767). Bontemps, zuvor als Maler in Nürnberg und in Ansbach tätig, konnte versierte Kunsthandwerker, wie Schmelzmaler, Dre her und Bossierer aus anderen Fayence Manufakturen für Künersberg gewinnen. Aus dieser künstlerischen Expertise entwickelte sich ein eigenständiger Stil, der für die Manufaktur dieser Epoche prägend war. In dieser Zeit hergestellte jagdliche Fayencen zeichnen sich durch eine kunstvolle Polychromie dreier Landschaftsfor men basierend auf einem breiten Spektrum an Grüntönen aus. So entsteht eine bemerkenswerte farbliche Tiefe: die mit Blautönen kontrastierte Uferlandschaft, die Kegelbaumlandschaft in Abschattierungen von Grün und die mit erdfarbenen Details gestaltete Schollenlandschaft.
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