IMPRESSIONISMUS & MODERNE 4. DEZEMBER 2026

3207 ODILON REDON (Bordeaux 1840–1916 Paris) Bouquet de fleurs. Öl auf Leinwand. Unten links signiert: ODILON REDON. 56,5 × 45 cm. Provenienz: - Galerie Bernheim-Jeune, Paris. - Jos Hessel, Paris (verso mit Etikett). - Charles Montag, Paris. - Sammlung Hans Mettler, St. Gallen, im Mai 1918 von Obigem erworben. - Privatbesitz Schweiz, durch Erbschaft an die heutigen Besitzer. Ausstellung: Wohl Winterthur 1919, Odilon Redon, Kunstmuseum Winterthur, Juni–Juli 1919. Literatur: Alec Wildenstein: Odilon Redon. Catalogue raisonné de l‘œuvre peint et dessiné, Paris 1996, Bd. III, S. 152, Nr. 1591 (mit Abb.). In einer schlichten, hellvioletten Vase entfaltet sich ein üppiger Strauss aus zarten Rosen, Margeriten, leuchtend gelben Sonnenblumen sowie Chrysanthemen in kräftigen Rot- und Orangetönen. Vor dem dunklen, weich verschwimmenden Hintergrund entfalten die Farben eine beinahe übernatürliche Strahlkraft. Zugleich scheint der Blumenstrauss nahezu schwerelos im offenen Raum zu schweben. Durch den Verzicht auf eine klar definierte räumliche Umgebung löst Redon das Motiv aus der alltäg- lichen Wirklichkeit und verleiht ihm eine stille Präsenz. Das Gemälde gehört zu jener Schaffensphase, in der sich Redon zuneh- mend der Farbe und ihrer poetischen Ausdruckskraft zuwendet. Während seine frühen Werke, insbesondere die als "Noirs" bezeichneten Kohle- zeichnungen, von düsteren Visionen und der Welt des Unterbewussten geprägt sind, entdeckt er ab etwa 1890 in der Farbe ein neues Ausdrucks- mittel. Als einer der bedeutendsten Vertreter des französischen Symbo- lismus geht es Redon nicht allein um die naturgetreue Wiedergabe der sichtbaren Welt. Vielmehr werden Blumen, Licht und Farbe zu Trägern innerer Empfindungen und verwandeln das traditionelle Blumenstillleben in eine poetische Vision zwischen Wirklichkeit und Traum. CHF 150 000/250 000 (€ 161 290/268 820) 10

RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2