POST-WAR & CONTEMPORARY 3. DEZEMBER 2026

3408 JOHN McCRACKEN (Berkeley 1934–2011 New York City) Signal. 1991. Polyesterharz und Holz. Verso signiert, datiert und betitelt: McCracken 1991 "SIGNAL". 13,5 × 244 × 19 cm. Provenienz: - Galerie Froment & Putman, Paris. - Privatsammlung Schweiz, 1991 in obiger Galerie erworben. - Privatsammlung Schweiz, 2019 durch Erbschaft erhalten. Ausstellungen: - Paris 1991, John McCracken, Galerie Froment & Putman, 16.5.–12.7.1991. - Mouans-Sartoux 1994, Vue du collectionneur, Château de Mouans - Espace de l‘Art Concret, 3.9.1994–12.3.1995. Das 1991 entstandene Werk "Signal" führt John McCra- ckens seit den 1960er-Jahren bestehende Auseinander- setzung mit dem Verhältnis von Malerei und Skulptur weiter. Ausgangspunkt sind die ab 1966 entstehenden "Planks", jene schmalen, monochromen Körper, die zwi- schen Boden und Wand lehnen und durch ihre Farbigkeit und ungewöhnliche Positionierung im Raum die traditio- nelle Trennung beider Gattungen infrage stellen. Bereits Anfang der 1970er-Jahre erweitert der Künstler sein skulp- turales Formenvokabular um unmittelbar an der Wand befestigte "Wall Pieces", zu denen auch die vorliegende Arbeit zählt. In "Signal" überträgt McCracken die für ihn zentrale künst- lerische Fragestellung auf einen langgestreckten, horizon- tal montierten Körper. Während das Werk frontal betrach- tet beinahe wie ein schmaler Farbstreifen wirkt, treten aus seitlicher Perspektive seine Tiefe und Plastizität hervor. Die schräg über die Vorderseite verlaufende Kante unter- bricht die strenge Horizontalität des Objekts und erzeugt, je nach Blickwinkel und Lichteinfall, den Eindruck einer Zu- spitzung, ohne dass sich der Balken tatsächlich verjüngt. Zugleich verleiht das intensive Grün dem geometrischen Körper eine auffallende "Signal"-Wirkung und dürfte nicht zuletzt auch bei der Wahl des Titels eine Rolle gespielt haben. Farbe ist für McCracken somit weit mehr als reine Oberflächenbehandlung, sie ist wesentlicher Bestandteil seiner skulpturalen Gestaltung. Der formalen Reduktion steht ein aufwendiger Herstel- lungsprozess gegenüber. McCrackens Arbeiten entstehen häufig aus präzise konstruierten Holzkernen, die mit Fiber- glas und pigmentiertem Polyesterharz überzogen und anschliessend in zahlreichen Arbeitsschritten geschliffen und schliesslich hochglanzpoliert werden. Die intensive manuelle Bearbeitung zielt auf eine makellose Oberfläche ab, an der die Spuren ihrer Herstellung weitgehend ver- schwinden. Dieser Gegensatz zwischen handwerklicher Fertigung und industriell anmutender Perfektion ist cha- rakteristisch für McCrackens Œuvre. CHF 70 000/100 000 (€ 75 270/107 530) 10

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