POST-WAR & CONTEMPORARY 3. DEZEMBER 2026
3424 LEIKO IKEMURA (Tsu 1951–lebt und arbeitet u.a. in Berlin) Ohne Titel. 1984. Öl auf Leinwand. 180 × 200 cm. Gutachten: Leiko Ikemura & Tony Wuethrich Galerie (Galeriezertifikat), Basel, 19.6.2025. Provenienz: - Studio der Künstlerin. - Tony Gerber Galerie, Bern. - Tony Wuethrich Galerie, Basel. In Leiko Ikemuras Werk klingt eine Vorstellung von Welt an, in der Mensch, Tier und Pflanze verbunden sind und als verwandte Wesen zusammenge- hören. Ihre Bildsprache berührt etwas Archaisches: die Ahnung eines ur- sprünglichen Zusammenhangs, in dem das Leben noch nicht in feste Kate- gorien geordnet ist und der Mensch als Teil der Natur erscheint. Diese Verbundenheit prägt Ikemuras künstlerische Arbeit. Sie betrachtet die verschiedenen Erscheinungsformen der Natur als gleichwertig. Mensch und Tier stehen sich nicht als Gegensätze gegenüber, sondern begegnen sich als Teile eines gemeinsamen Ganzen. Das Archaische ihrer Bilder ver- weist dabei nicht auf eine bestimmte vergangene Zeit oder Kultur. Im Zen- trum steht vielmehr die Vorstellung einer gemeinsamen Grundlage allen Lebens. Eine verwandte Vorstellung klingt auch in Franz Marcs Bildwelt im Umfeld des "Blauen Reiter" an, in der uns Tiere als eigenständige Wesen mit einer eigenen inneren Wirklichkeit begegnen. Ikemura hinterfragt damit auch die Grenzen, die Sprache und Denkmuster zwischen den Dingen ziehen. Begriffe schaffen Ordnung, trennen und defi- nieren. Ihre Kunst hält dagegen die Möglichkeit offen, dass die Wirklichkeit weniger eindeutig gegliedert ist, als wir sie wahrnehmen. Verwandtschaft bedeutet hier nicht Gleichheit. Die Unterschiede zwischen Mensch und Tier bleiben bestehen, ohne dass eines über dem anderen steht. Ihre Arbeiten eröffnen einen Blick, in demNähe möglich wird, ohne dass das Fremde verschwinden muss. Im Zentrum stehen die Beziehungen zwischen den Lebewesen und das, was sie jenseits ihrer Unterschiede miteinander verbindet. CHF 30 000/50 000 (€ 32 260/53 760) 30
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