POST-WAR & CONTEMPORARY 3. DEZEMBER 2026

3451* SALVO (Leonforte 1947–2015 Turin) Sant’ Anna. 2009/10. Öl auf Zeitungspapier auf Leinwand. Unten links signiert und datiert: Salvo 10. Verso signiert, betitelt und mit Richtungspfeil: Salvo "SANT‘ANNA". 57,5 × 79,5 cm. Gutachten: Archivio Salvo, Turin (Nr. S2009-103). Provenienz: Privatsammlung Spanien. Salvatore Mangione, genannt Salvo, wird 1947 im sizilianischen Leonforte geboren und zieht 1956 mit seiner Familie nach Turin. Seit den 1960er-Jahren beschäftigt er sich mit Malerei. Ein Aufenthalt in Paris 1968 bestärkt ihn in seinem Entschluss, Künstler zu wer- den. In Turin kommt er mit Vertretern der Arte Povera wie Alighiero Boetti, Mario Merz, Michelangelo Pistoletto und Giuseppe Penone in Kontakt. Zunächst widmet er sich Kon- zept- und Objektkunst sowie Installationen. 1972 nimmt er an der documenta 5 in Kassel teil, bevor er sich ab 1973 wieder verstärkt der traditionellen Malerei zuwendet. Salvos malerisches Werk verbindet kulturgeschichtliche Bezüge mit geografischen Moti- ven und mediterranen Landschaften. Sanfte Hügel, Pinienbäume, Zypressen, Schirmkie- fern und schmale Meeresstreifen prägen seine Bildwelt und verleihen ihr eine Atmosphä- re der Ruhe und Zeitlosigkeit. Daneben widmet er sich urbanen und architektonischen Szenerien verschiedener Kulturkreise. Reiseeindrücke, antike Mythen und archäologi- sche Zeugnisse fliessen in poetisch verdichtete Kompositionen ein. Die konsequente Abwesenheit menschlicher Figuren lässt die Orte wie zeitlose Bühnen erscheinen, auf denen Geschichte und Erinnerung verschmelzen. In "Sant’Anna" aus dem Jahr 2010 entfaltet Salvo eine farbintensive, idealisierte Land- schaft, die durch ihre leuchtende Farbigkeit und die vereinfachten Formen eine beinahe traumhafte Wirkung erzielt. Im Zentrum der Komposition stehen kleine Häuser mit kräftig roten Dächern, eingebettet in eine sanft geschwungene Hügellandschaft mit regelmäs- sig angelegten Feldern und üppigen Bäumen. Die geschwungenen Baumkronen und die rhythmisch angeordneten Rebzeilen suggerieren der Szenerie räumliche Tiefe. Wie für sein Spätwerk typisch, verbindet Salvo die erkennbare Landschaft mit einer ent- rückten Atmosphäre. "Sant’Anna" erscheint als Ort der Erinnerung und Kontemplation, an dem mediterrane Landschaftserfahrung und malerische Imagination zu einer unver- wechselbaren Bildsprache verschmelzen. CHF 40 000/60 000 (€ 43 010/64 520) 68

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