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12 Eugène Louis Boudin Boudin war nicht nur bekannt für seine Seestücke und Bilder aus dem Leben der Fischer, sondern zählte auch zur ersten Generation der Plein-air- Maler. Seine Motiv- welt siedelt nicht selten in seiner normannischen Heimat zwischen Dieppe und Cherbourg mit ihrer pittoresken Felsenküste an. Corot bezeichnete Boudin wegen der at- mosphärischen Wolkenformationen auf seinen Gemäl- den als «König des Himmels». Boudins letzter Wunsch war es, mit Blick aufs Meer zu sterben, was ihm 1898 in Deauville vergönnt war. Das in unserer Herbst-Auktion mit Gemälden des 19. Jahrhunderts angebotene Hafen- bild entstand im mondänen Seebad Trouville, das – wie etliche andere Küstenstädtchen der Normandie – zur Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Belle Époque Sehn- suchtsort der Pariser Hautevolee und der britischen Upper Class war. Eugène Louis Boudin (1824–1898). Trouville. Les jetées. Marée haute. 1894. Öl auf Holz. 32 × 41 cm. Schätzung: CHF 60 000/80 000 Jean-Baptiste Camille Corot Dieses Gemälde ist ein charakteristisches Beispiel für die Land- schaftsdarstellungen Corots und der von ihmmitgeprägten Schule von Barbizon. Corot unternahm mehrere Reisen nach Italien und setzte dort plein air entstandene Studien später in seinem Atelier um. Licht und Atmosphäre als prägende Elemente wiederzuge- ben, bildete zum einen die Grundlage für ein neues Verständnis der Landschaftsmalerei, zum anderen für die Herausbildung des Impressionismus. Corot beeinflusste in der Folge eine grosse Zahl französischer Künstler. Von seinem Malerkollegen Louis Carbonnel ist das Bonmot überliefert: «Ohne Corot würde es weder Gadan noch Carbonnel geben. Es gäbe kein Licht.» Jean-Baptiste Camille Corot (1796–1875). Le Chevrier (Souvenir d’Italie). 1872. Öl auf Leinwand. 65,5 × 81,2 cm. Schätzung: CHF 80 000/120 000 Paul Désiré Trouillebert Paysage intime wie diese, reihen sich bei Trouillebert nahtlos in die vorimpressionistischen Strömungen um die Schule von Barbizon ein. Seine stilistische Nähe zu Corot spiegelt sich insbesondere in jenen Motiven, die Trouillebert an den elegischen Flussläufen und Auenlandschaften malte. Hier zeigt sich der unmittelbare Zugang des Künstlers zur Natur, dem jede Idealisierung fremd war. Die enge Verwandtschaft zu Arbeiten von Camille Corot ist unverkennbar, beide widmeten ihre Aufmerksamkeit der Wiedergabe zartester Ausprägungen der Natur. Sie versuchten Licht und Luft, Himmel und Wasser in ihrer ganz eigenen Stofflichkeit zu erfassen. Paul Désiré Trouillebert (1829–1900). Le faucheur et un rameur sur la rivière. Öl auf Leinwand. 85 × 113,5 cm. Schätzung: CHF 30 000/40 000

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